Theater als kollektive Kunst – Partizipation als Prinzip

Gemeinsamer Fachtag zum Programm „Kultur macht stark“ von dem Bundesverband freie Darstellende Künste, dem Deutschen Bühnenverein und der ASSITEJ am 01./02.11.2017 im Künstlerhaus Mousonturm

Die Partizipation der Teilnehmenden ist ein zentrales Anliegen des Bundesprogrammes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Doch was bedeutet Partizipation für die Akteur*innen in den Bündnissen? Wo liegen Grenzen der Partizipation? Welche politischen Fragen spielen bei der Diskussion um Kulturelle Teilhabe und Benachteiligung eine Rolle? Und für wen macht sich das Theater stark? Drei Theaterverbände als Programmpartner diskutieren mit den Akteur*innen ihrer Bündnisse über die Erfahrungen aus viereinhalb Jahren „Kultur macht stark“. Welche Perspektiven entstehen für die weitere Arbeit in den Darstellenden Künsten innerhalb der zweiten Programmphase und über das Programm hinaus? Der Fachtag von ASSITEJ, Bundesverband Freie Darstellende Künste und Deutschem Bühnenverein beginnt mit einem Austausch der Akteur*innen der Bündnisse und mündet in das Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater, um dort mit einem breiten Fachpublikum über die Möglichkeiten, die „Kultur macht stark“ für die Theaterlandschaft bietet, zu diskutieren.

Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung.

 

 

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„Konferenz: Beteiligung“, eine Veranstaltung des Theaters an der Parkaue vom 8.bis 9. April 2017 in Berlin

Mit Vorträgen und in gemeinsamen Werkstätten haben die etwa siebzig Expert*innen aus dem Kinder- und Jugendtheater den Begriff „Beteiligung“ theoretisch wie praktisch durchdacht und reflektiert.

Konferenz: Beteiligung @ KJTZ 2017Beteiligung ist eines der Schlagworte, die mit Partizipation, Teilhabe etc. einen öffentlichen Diskurs organisieren, der von den jeweils empfundenen bzw. nachgewiesenen Defiziten ausgeht. Durch eine genaue Kontextualisierung der Begriffe können an den Diskurs geknüpfte Interessen erkannt, einerseits überzogene Erwartungen abgewehrt und andererseits radikale Potentiale genutzt werden. Über ihre Teilnahme hinaus sollen diese Vielen nicht nur mitmachen, sondern die Bedingungen ihres Handelns auch durchschauen. Wird Theater als soziales Handeln verstanden, geht es auch in der Kunst um Transparenz. Kunst als Teil der Demokratie unterstützt nicht die Konsenskultur, sondern befähigt dazu, Dissens verstehbar zu machen. Hierzu gehört es, künstlerische wie soziale Prozesse als komplex, vielschichtig und vielfach widerstreitend wahrzunehmen.

Konferenz: Beteiligung © KJTZ 2017Diesen Denkraum haben sich die Teilnehmenden in den Werkstätten auch praktisch erschlossen. Assoziativ und explorativ sind existierende Arbeitsstrukturen verhandelt und Perspektiven eröffnet worden. Erkenntnisse sind dabei aus einem dezidiert künstlerischem Blickwinkel, aus der Soziologie von Organisationen oder aus einem gemeinsamen „Kochlabor“ gewonnen worden. Aufschlussreich war beispielsweise, dass die bloße Konstatierung von gesellschaftlichen Gegensätzen ins Leere läuft – aber mit spielerischen Mitteln für die Teilnehmenden produktiv gestaltet werden kann. Neben vielen solcher kleinen Erfahrungen sind auch eine Reihe größerer Ideen für gelungene Beteiligungen in der Zukunft zusammengetragen worden. Es ist zu wünschen, dass diese Vorschläge für die Öffnung der Theater – nach innen durch eine Änderung der Arbeitsstrukturen und nach außen durch neue Angebote wie auch durch eine größere Einbeziehung des Publikums – an vielen Orten in den Theateralltag weitergetragen und schließlich in die Praxis überführt werden.

Mit dieser Konferenz hat das Theater in der Parkaue als Veranstalter ein einleuchtendes Format vorgestellt, um nicht nur das eigene Programm weiterzuentwickeln, sondern auch einen Beitrag zur Weiterbildung der Kinder- und Jugendtheater zu leisten.

Jürgen Kirschner

Weiterlesen: http://www.parkaue.de/spielplan/eroeffnung-konferenz-beteiligung/

Kultur mit allen?!

Eindrücke von einer Fachtagung zur Kulturellen Bildung in der Migrationsgesellschaft

Das Justus-Liebig-Haus in Darmstadt ist voll. Das Thema der Veranstaltung der KulturRegion FrankfurtRheinMain und der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen ist offenbar sehr vielen Menschen ein Anliegen. „Kultur und Kulturelle Bildung können nicht mehr von einer homogenen Mehrheit aus gedacht werden, die Zuordnungen in „Wir und die Anderen“ werden obsolet“ lese ich im Flyer zur Veranstaltung, die sich an Akteur*innen und Expert*innen aus allen Kultur- und Bildungsbereichen, der interkulturellen Arbeit und der Verwaltung richtet, über 200 Teilnehmer sind ihr gefolgt.

Migrationsgeschichte als Familiengeschichte

Der einführende Impuls zum Thema der Veranstaltung wird aus der Perspektive des „Kindes eines Gastarbeiters“ gehalten, wie sich Dr. Manuel Gogos von der Agentur für geistige Gastarbeit bezeichnet. Weiterlesen

Gesprächsrunde zur künstlerischen Theaterarbeit mit Kindern

02.11.2016 19:30 Uhr Frankfurt LAB

Am Mittwoch, den 2.11. um 19.30 lädt das Künstlerhaus Mousonturm im Frankfurt LAB zu einer Video Präsentation und anschließender Gesprächsrunde zu der Produktion „Five Easy Pieces“ von Milo Rau, IIPM und dem Produktionshaus Campo ein, der Eintritt ist frei. Im Gespräch nach dem Aufführungsvideo diskutieren Stefan Bläske (Dramaturg der Produktion), Peter Seynaeve und Kristof Bloom (CAMPO) zusammen mit Anna Eitzeroth (Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland), Matthias Pees (Intendant Mousonturm) und weiteren Beteiligten über rechtliche Problematiken und gesellschaftliche Fragen im Bereich künstlerischer Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen die weit über die aktuelle Situation hinausreichen.

Die kontrovers diskutierte Produktion „Five Easy Pieces“ sollte ursprünglich vom 2.-4.11. live im Künstlerhaus Mousonturm gezeigt werden, musste aber abgesagt werden, da die entsprechende Auftrittsgenehmigung für die beteiligten Kinder nicht erteilt wurde.

Die kontroverse Diskussion lässt sich u.a. an den Kommentaren zum Beitrag über die Produktion auf Nachtkritik nachvollziehen.

Wege ins Theater -letzte Antragsfrist am 30.09.2016

 

Am 30.09.2016 ist die vorerst letzte Frist für die Einreichung von Projektskizzen für Wege ins Theater, das Programm der ASSITEJ im Rahmen des BMBF- Bundesprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung. Wege ins Theater! fördert außerschulische Theaterprojekte für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren, die mit Bildungsbarrieren konfrontiert sind. In den Projekten können verschiedene Aspekte von Theater vorkommen: Rezeption von Theaterkunst und die Diskussion darüber, spielerische Theaterpraxis, Gestaltung von Rahmenprogrammen und vieles mehr. Ziel des Programms ist es, Kinder und Jugendliche zu erreichen, die sonst keinen Zugang zu Theatern haben und Ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, sich (z.B. als Theaterscouts) aktiv einzubringen.

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Westwind weht durch das Ruhrgebiet

Eröffnungsrede zum Westwind-Festival von Julia Dina Heße, Sprecherin des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater NRW

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Liebe Festivalgäste.

Wenn der WESTWIND durch das Ruhrgebiet weht, bringt er nicht nur 10 bemerkenswerte Inszenierungen aus NRW und 5 außergewöhnliche Gastspiele aus ganz Europa nach Herne und Gelsenkirchen!

Er bringt vor allem frische Luft und Ideen, er bläst den Kopf frei, macht offen und begierig auf Begegnungen, Auseinandersetzungen und neue Erfahrungen. Ob in Gelsenkirchen oder in Herne oder auf dem sie verbindenden Kanal. Ob als Zuschauende in Vorstellungen, Gestaltende in Workshops oder Diskutierende in den verschiedenen Gesprächsrunden: Das geistige, emotionale und auch mal physische Anpacken steht in den nächsten Tagen im Mittelpunkt. Wie es sich in diesen Malocherstädten eben gehört.

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Selbst Teil der Zielgruppe sein

 

Meike Fechner berichtet aus Berlin: Kultur macht stark soll weiter gehen!

Keynote Speaker Albert Schmitt von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen forderte eindringlich und mit überzeugendem Pathos dazu auf, dass alle Kulturschaffenden, die sich neuen Zielgruppen zuwenden, sich immer auch selbst als Teil der Zielgruppe begreifen sollten. Ihre Neugier, auch ihre Unsicherheit, vor allem aber ihre Offenheit gegenüber den Menschen, denen sie begegnen und mit denen sie arbeiten, seien Voraussetzung für den eigenen Bildungsprozess und den aller Beteiligten.

Dass Kinder und Jugendliche, in deren Alltag die Begegnung mit Kunst und Kultur nicht alltäglich ist, dies seit 2013 in den Projekten des Förderprogramms „Kultur macht stark“ erleben können, war Thema einer Konferenz Weiterlesen