Das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland – in Zahlen

Zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland. Erkenntnisse und Herausforderungen. So der Titel der Studie von Dr. Thomas Renz im Auftrag der ASSITEJ. Das Netzwerk der Kinder- und Jugendtheater hat erstmals eine Studie zu den Darstellenden Künsten für junges Publikum in Deutschland durchgeführt. Ziel war es, die Heterogenität des Kinder- und Jugendtheaters in seinen unterschiedlichen Organisations- und Arbeitsformen darzustellen. Personal, Programm und Publikum von rund 1.000 städtischen und freien Kinder- und Jugendtheatern, Sparten an Stadt- und Staatstheatern sowie Gastspiel-Veranstaltern in ganz Deutschland wurden untersucht. Wie viele Mitarbeiter haben Theater für junges Publikum? Wie werden sie finanziert? Wie viele Zuschauer*innen erreichen sie, und haben sie theaterpädagogisches Personal? 

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Theater als kollektive Kunst – Partizipation als Prinzip

Gemeinsamer Fachtag zum Programm „Kultur macht stark“ von dem Bundesverband freie Darstellende Künste, dem Deutschen Bühnenverein und der ASSITEJ am 01./02.11.2017 im Künstlerhaus Mousonturm

Die Partizipation der Teilnehmenden ist ein zentrales Anliegen des Bundesprogrammes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Doch was bedeutet Partizipation für die Akteur*innen in den Bündnissen? Wo liegen Grenzen der Partizipation? Welche politischen Fragen spielen bei der Diskussion um Kulturelle Teilhabe und Benachteiligung eine Rolle? Und für wen macht sich das Theater stark? Drei Theaterverbände als Programmpartner diskutieren mit den Akteur*innen ihrer Bündnisse über die Erfahrungen aus viereinhalb Jahren „Kultur macht stark“. Welche Perspektiven entstehen für die weitere Arbeit in den Darstellenden Künsten innerhalb der zweiten Programmphase und über das Programm hinaus? Der Fachtag von ASSITEJ, Bundesverband Freie Darstellende Künste und Deutschem Bühnenverein beginnt mit einem Austausch der Akteur*innen der Bündnisse und mündet in das Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater, um dort mit einem breiten Fachpublikum über die Möglichkeiten, die „Kultur macht stark“ für die Theaterlandschaft bietet, zu diskutieren.

Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung.

 

 

Das deutsche Kindertheater hat die Verpflichtung, sich international zu öffnen – wie das Festival Starke Stücke es tut!

Stefan Fischer-Fels, Leiter des Jungen Schauspielhauses Düsseldorf, stellvertretender Vorsitzender der ASSITEJ Deutschland und Vizepräsident der ASSITEJ International, sprach gestern aus Anlass der Eröffnung des Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Starke Stücke“ in Bad Homburg.

Seine Rede ist ein politisches Statement für die interkulturelle und internationale Öffnung von Kulturinstitutionen:

Liebe Kollegen, liebe Freunde, liebe Anwesende, danke für die Einladung zu diesem traditionsreichen Festival, das wie kein anderes in Deutschland zum 23. Mal Internationalität mit Regionalität verbindet. 

In meiner Eigenschaft als Vice-President of Assitej International bin ich in den letzten Jahren auf allen Kontinenten gewesen, in Argentinien, Brasilien, Australien, Kamerun, Indien, Japan und Korea, in Birmingham und Kristiansand, ja sogar in Linz an der Donau. In vielen Ländern schauen die Theatermacher mit großem Respekt auf die deutsche Kindertheaterlandschaft, auf zuverlässige Etats, feste Häuser, bezahlte Schauspieler, Ausbildungsgänge für alle Theaterberufe und gut organisierte Festivals. – Sie sind überrascht, wenn ich von der frustrierenden Tatsache spreche, dass auch in Deutschland immer noch meistens gilt: kleines Geld für kleine Leute; dass es immer noch Kultur- und Finanzpolitiker gibt, die nicht begreifen, dass Qualität und große Kunst im Kindertheater nicht billig zu haben ist. Kindertheatermacher haben größere Verantwortung und werden dafür schlechter bezahlt – das versteht kein Mensch in Deutschland. Im Ausland verstehen es alle: Es ist fast überall so. Kindertheatertechnisch sind wir immer noch Entwicklungsländer: Schauspieler kämpfen um eine angemessene Bezahlung und ordentliche Arbeitszeiten, Theater kämpfen mit überlasteten Schulen um ihr Recht, Ungewöhnliches und Sperriges auf ihren Bühnen zeigen zu dürfen. Es ist nicht alles schön, auch wenn es von weitem vielleicht so aussieht.

Aber nehmen wir mal an, wir wären reich, dann wäre meine nächste Frage: Was machen wir aus unserem „Reichtum“?

Vielleicht hilft ein zentraler Gedanke der „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der UNO: das ist der Gedanke des Teilens. Wenn das deutsche Kindertheater vergleichsweise gut ausgestattet ist, dann hat es vielleicht die Verpflichtung, sich international zu öffnen – wie das Festival Starke Stücke es tut!  – und seine Möglichkeiten mit anderen zu teilen. Nicht nur aus Solidarität. Sondern weil es UNS reicher und klüger macht, wenn wir neue Perspektiven durch Austausch gewinnen.

Wir wissen alle, dass es heute keine wichtigere kulturpolitische Entwicklung gibt als die interkulturelle und internationale Öffnung der deutschen Kulturinstitutionen. – Es geht darum, das Globale Dorf zu errichten, statt Mauern und Zäune zu aufzubauen. Es geht darum, dafür Geschichten und Dramaturgien und faire Kooperationen für das Weltdorf zu entwickeln.

Die interkulturelle und internationale Öffnung deutscher Festivals, deutscher Theater ist der notwendige Schritt in eine Welt, die sich immer mehr als globales Dorf versteht, eine Community, die der AfD und anderen Ängstlichen eine starke Utopie entgegensetzen will: die Utopie der Diversity. Die gilt es zu feiern, zu kritisieren, zu befragen, zum Thema zu machen.

Schauspieler, Regisseure, Autoren, Kooperationspartner – das alles kann nicht mehr nur biodeutsch gedacht und gemacht werden. Es gilt einen neugierigen blick zu entwickeln, auch andere Ausdrucksweisen und Spielweisen und Schreibweisen anzuerkennen und einzubeziehen – und es zu wagen, sie dem Publikum vorzustellen.

Nigeria als Beispiel Weiterlesen

Kultur mit allen?!

Eindrücke von einer Fachtagung zur Kulturellen Bildung in der Migrationsgesellschaft

Das Justus-Liebig-Haus in Darmstadt ist voll. Das Thema der Veranstaltung der KulturRegion FrankfurtRheinMain und der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen ist offenbar sehr vielen Menschen ein Anliegen. „Kultur und Kulturelle Bildung können nicht mehr von einer homogenen Mehrheit aus gedacht werden, die Zuordnungen in „Wir und die Anderen“ werden obsolet“ lese ich im Flyer zur Veranstaltung, die sich an Akteur*innen und Expert*innen aus allen Kultur- und Bildungsbereichen, der interkulturellen Arbeit und der Verwaltung richtet, über 200 Teilnehmer sind ihr gefolgt.

Migrationsgeschichte als Familiengeschichte

Der einführende Impuls zum Thema der Veranstaltung wird aus der Perspektive des „Kindes eines Gastarbeiters“ gehalten, wie sich Dr. Manuel Gogos von der Agentur für geistige Gastarbeit bezeichnet. Weiterlesen

Michael Ramløse (Dänemark) wird gefeiert: 40 Jahre Theater für junges Publikum, 20 Jahre Teatret Fair Play

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Am 6. Januar 2017 hatte das Teatret Fair Play in Holbæk zum Abschiedsfest für Michael Ramløse eingeladen. Michael Ramløse ist nicht nur Theatermacher und Autor – seine Stücke werden aktuell in Aalen, Bielefeld, Fulda, Parchim und Saarbrücken gespielt –  sondern er war auch Generalsekretär der ASSITEJ International. Als Ehrenpräsident der ASSITEJ International gehörte Wolfgang Schneider zu den Gratulanten:

He must be a good fellow: Michael Ramløse!
This was my first thought, when I identified that Swedish mineral water was named after him.
My second impression was: He will be the next generation of ASSITEJ International. 1990, after the Cold War, building bridges, crossing borders, East And West, North And South.
And thirdly: With Michael Ramløsewere starting the new times, a new eara of professionalism and internationalism in the Association.
He was doing a great job as Secretary General, he was integrating artists from all over the world and he was bringing the artistic discussion on the agenda.
I remember emotional stories with him, dancing in the streets of Caracas with local artists and after to much Cuba Libre, singing on stage with Hope Azeda „Someting stupid“ in the framework of the Congress in Montreal, but also the verbal figths about the Yearbook, about TYA as Arts Education and criterias for artistic quality.
Now Michael Ramløseis one of the Elder Statesmen with expertise and competence and ASSITEJ should use these wisdom of diversity.
He is part of the international repertoire, in Germany his plays are again and again performed and part of the literature in TYA.
As Founding Director of the Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, as Honorary President of ASSITEJ International and as Chairman of ASSITEJ Germany I pay my great respect for the longlife contribution to Children, Young People and Theatre Arts.
In this times we need more „Fair Play“ – not only in the performing arts!
Finally: He is a good fellow: Michael Ramløse!

Den ländlichen Raum als Kulturraum denken

Flux – Theater und Schule in Hessen unterwegs, hervorgegangen aus einem Modellprojekt der ASSITEJ e.V.,  präsentierte am 25. November 2016  in Bad Orb vier Künstlerresidenzen im ländlichen Raum. Projektleiterin Ilona Sauer lud zum Auftakt dazu ein, den Blick auf den ländlichen Raum zu verändern. Es gehe nicht um Mangel und Defizit, sondern um Anknüpfungspunkte, gemeinsame Forschungsfragen und neue künstlerische Herangehensweisen. Auszüge aus ihrem Impuls sind hier nachzulesen:  Weiterlesen

„Sind Sie die Kindertheatergruppe?“ Kinder- und Jugendtheater zu Gast im Bayerischen Landtag

 

Kathrin Lehmann (Ingolstadt) berichtet für uns exklusiv aus dem AK der Kinder- und Jugendtheater in Bayern:

5.58 Uhr – für Theatermitarbeiter etwas untypische Zeit- Abfahrt nach München in den Bayerischen Landtag

7.45 Uhr Treff an der Pforte, Sicherheitscheck und Durchleuchten

7.51 Uhr wir werden abgeholt zum Weg in die Pfalzstube mit den Worten „Sind sie die Kindertheatergruppe?“

8.00 Uhr Frühstück, wir warten auf einige Kollegen aus der Politik,. Etwas verspätet geht es aber los. Anwesend sind die CSU-Politiker: Oliver Jörg, Andreas Schalk, Alex Dorow, Karl Freller, Christine Haderthauer und Vertreter des AK Bayern, der sich und seine Arbeit zunächst vorstellt. Über die Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit des Kinder- und Jugendtheaters herrscht allgemeiner Konsens. Das Interesse der Politik die Arbeit der Kinder- und Jugendtheater in Bayern zu fördern und zu unterstützen sei da – auch fraktionsübergreifend.

Wir rennen offene Türen ein. Bei Finanzierungsfragen wird es dann schon etwas schwieriger, das liegt aber auch an den unterschiedlichen Organisationsformen der jeweiligen Theater im AK und kann nur im Detail besprochen werden.

Uns wird empfohlen die regionale Lobbyarbeit vor Ort zu intensivieren. Bei der Frage nach weißen Flecken, also den Orten, an denen Kinder und Jugendliche nur schwer Zugang zum Theater haben, wird deutlich: Es können nur Strukturen gefördert werden die vor Ort selbst entstehen bzw. bereits bestehen.

9.00 Uhr man bedankt sich, man beteuert sich, man einigt sich auf die Wichtigkeit eines Wiedersehens, man will im Gespräch bleiben. Das klingt doch ganz gut…

Herzlichen Dank an die Kollegen des AKs aber vor allem an die Politiker, die sich um 8.00 Uhr mit uns an einem Tisch gesetzt haben, die auf unserer Seite sind, die die wertvolle Arbeit der Kinder- und Jugendtheatermacher sehr gut zu kennen scheinen.

parlamentarisches-fruhstuck-bayern-okt-2016-1-kleinFrühstück des AK Wissenschaft und Kunst der CSU-Fraktion zur Situation des Kinder- und Jugendtheaters in Bayern. Mit CSU-Wahlkreisvertretern verschiedener Regionen und Vertretern des AK Kinder- und Jugendtheaters Bayern. München am 19. Oktober 2016.

Der AK Bayern trifft sich im Januar in großer Runde wieder, um die nächsten Schritte gemeinsam zu überlegen.