Happy New Ears Festival – Kunst ist keine Frage des Alters, sondern der Neugier

Diese Eindrücke stammen von einer Teilnehmerin aus der Stipendiatengruppe.

Die Türen öffnen sich und eine Gruppe Kinder betritt mit ihren Eltern zaghaft den Raum. Die Nervosität besteht auf beiden Seiten, wir haben uns im Raum verteilt und warten mit unseren Instrumenten. Wir haben nichts geübt, kein Konzept, nur die vorbereitenden Übungen mit denen uns Karel und Astrid in der kurzen Zeit darauf vorbereitet haben, was uns jetzt erwartet. Auch sie sind nervös, denn sie haben dieses Experiment noch nie mit so vielen Musikern durchgeführt. Die ersten Cellotöne erklingen und die Gruppe der Zuschauer hat sich nun erst mal vorsichtig im Eingangsbereich platziert. Ein Mädchen aber durchschreitet neugierig den Raum um dann wieder in die Sicherheit der Gruppe zurückzukehren. Nach und nach trauen sich mehr Kinder, mal alleine, mal in Begleitung ihrer Eltern, den Ärmeltunnel und das klingende Bambusgestell, das mit Stoffbahnen und mit Klanghölzern bestückt ist, zu erkunden. Weiterlesen

Happy New Ears Festival. Stipendiaten bloggen über das Mannheimer Festival

„WONACH LOHNT ES SICH ZU FRAGEN? WO IST ES RICHTIG ZU FRAGEN?“ Angeli Janhsen stellt diese Fragen in ihrem Fragenbuch „Kunst selbst sehen“ (Freiburg, 2013) und sie antwortet auch: „Es ist nicht sicher, ob Fragen immer und überall richtig sind. Manchmal gibt man sich und der Kunst vielleicht nur Zeit und bedrängt sie nicht. Manchmal ist vielleicht alles klar. Manchmal muss man fragen, um weiter zu kommen, manchmal nicht. Parzival hatte es versäumt, den leidenden Amfortas zu fragen, er hatte nicht verstanden, dass er fragen musste, dass nur so das leiden beendet wurde. Lohengrin dagegen verbietet es Elsa,  ihn zu fragen – und wirklich verliert sie dann mit ihrer Frage ihren Mann. Wie ist zu entscheiden, wo Fragen richtig sind und wo nicht?“

Auf der Suche nach den richtigen Fragen zum Musiktheater für junges Publikum begleiten 12 Stipendiat*innen das Festival und den Kogress Happy New Ears in Mannheim. 14 Inszenierungen aus ganz Europa bieten den praktischen Bezug und drei Kongresstage eine theoretische Grundlage zum Thema. Weiterlesen

Westwind weht durch das Ruhrgebiet

Eröffnungsrede zum Westwind-Festival von Julia Dina Heße, Sprecherin des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater NRW

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Liebe Festivalgäste.

Wenn der WESTWIND durch das Ruhrgebiet weht, bringt er nicht nur 10 bemerkenswerte Inszenierungen aus NRW und 5 außergewöhnliche Gastspiele aus ganz Europa nach Herne und Gelsenkirchen!

Er bringt vor allem frische Luft und Ideen, er bläst den Kopf frei, macht offen und begierig auf Begegnungen, Auseinandersetzungen und neue Erfahrungen. Ob in Gelsenkirchen oder in Herne oder auf dem sie verbindenden Kanal. Ob als Zuschauende in Vorstellungen, Gestaltende in Workshops oder Diskutierende in den verschiedenen Gesprächsrunden: Das geistige, emotionale und auch mal physische Anpacken steht in den nächsten Tagen im Mittelpunkt. Wie es sich in diesen Malocherstädten eben gehört.

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