30. Frankfurter Autor*innenforum für Kinder- und Jugendtheater

AuFo_Programm

Welche Welt sollte das Theater für junges Publikum zugänglich machen oder infrage stellen? Und welche Verantwortung haben die Künstler*innen für das, was sie erzählen und wie sie es erzählen?
Das 30. Frankfurter Autor*innenforum stellt als Fachtagung für Kinder- und Jugendtheater die Frage „Was wollen wir der jungen Generation erzählen von der Welt?“: Welche Welt thematisieren die Texte, welche Stoffe und Erzählstrategien beinhalten sie? Was bedeuten Dramatik und Text in Hörspiel, Film und Literatur für junges Publikum sowie im Theater des Virtuellen und Digitalen? Welche Dramaturgien braucht Theater für junges Publikum im 21. Jahrhundert?

Das Frankfurter Autor*innenforum für Kinder- und Jugendtheater war die erste öffentliche Veranstaltung des KJTZ bei seiner Gründung im Jahr 1989 und hat sich seitdem zum jährlichen Branchentreffen für Dramaturg*innen, Autor*innen, Regisseur*innen, Theaterleiter*innen und Verleger*innen entwickelt. In den ersten Jahren als Marktplatz für Stücke bekannt, thematisiert das Autor*innenforum mittlerweile nicht mehr nur die Autor*innen, die Stoffe finden, Themen bearbeiten und Geschichten entwickeln. Performative Prozesse, kollektive Stückentwicklungen und Roman- und Filmbearbeitungen gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zur Theaterpraxis und zu den Motoren für die schöpferische Arbeit im Kinder- und Jugendtheater. Zum Jubiläum diskutieren die Beteiligten nicht nur die Gegenwart, sondern lassen Momente aus 30 Ausgaben des Autor*innenforums Revue passieren und wagen einen Ausblick in dessen Zukunft.

Die Fachtagung findet vom 1. bis 3. November 2018 im Theaterhaus Frankfurt statt. Die beiden Staatspreise zur dramatischen Kinder- und Jugendliteratur, der Deutsche Kindertheaterpreis und der Deutsche Jugendtheaterpreis 2018,  werden am Abend des 1. November von Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Kaisersaal des Frankfurter Römers verliehen.

Das Programm_Autor_innenforum2018 sowie das Anmeldeformular sind auf der Website des Kinder- und Jugendtheaterzentrums zu finden. Anmeldeschluss ist der 26. Oktober 2018.

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Spiel(t)räume – das 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest in Minden

Von Vera Rumpel

Stimmengewusel – immer mehr Tagungsteilnehmer*innen finden sich im E-Werk in Minden ein – Kaffeeduft liegt in der Luft, es gibt sogar meine Lieblingskekse – noch 15 Minuten bis zum Beginn der Fachtagung „Theaterspiel in der Grundschule – von Anfang an!“ – ich komme mit den ersten Tagungsteilnehmer*innen ins Gespräch – die Tagung beginnt…

Zum Auftakt ein Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Sting über kindliches Spiel und dessen Bezug zum Theaterspielen in der Grundschule: Besonders im Gedächtnis bleibt die Aufforderung, Kunst und Kinder nicht als Widerspruch à la „Ist das Kunst, oder was für Kinder?“ zu begreifen.

Dann vier Beiträge zu unterschiedlichen Herangehensweisen an das Theaterspielen in Grundschulen: Hierzu werden Beispiele aus den Bundesländern Hamburg (von Johanna Vierbaum), Mecklenburg-Vorpommern (von Jörg Hückler), Hessen (von Katja Pahn) und Baden-Württemberg (von Christian Schulz) vorgestellt. Inzwischen ist es früher Abend geworden und das 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest startet mit witzigen Shorties der eingeladenen Inszenierungen (gespielt von den Jury-Kids) und viel Konfetti.

Konfetti

Während der Tagung öffnet sich der Vorhang insgesamt 10 Mal für uns. Neben den 6 Theaterstücken, die durch die Jury im Vorfeld unter 36 Bewerbungen ausgewählt wurden, bietet uns das Rahmenprogramm des Theaterfestes weitere 4 Aufführungen, die uns über unsere Landesgrenzen hinaus blicken lassen. Es ist jeweils eine Theatergruppe aus Tschechien und China zu Gast. In der Inszenierung Clowns und andere Katastrophen von der Eine-Welt-Schule in Minden werden Sprachbarrieren via Slapsticks überwunden und das Projekt 199 kleine Helden von der Filmemacherin Sigrid Klausmann macht es möglich, Kinder aus unterschiedlichen Ländern auf ihrem Schulweg zu begleiten.

Ich bin fasziniert von den zahlreichen künstlerischen Eindrücken: das spielfreudige, kreative und abwechslungsreiche Geschehen auf den Bühnen, die Gespräche mit den Tagungsteilnehmer*innen sowie den jeweiligen Spielleiter*innen der Stücke sind unglaublich bereichernd. Ebenso die Workshops: Johanna Vierbaum (Arbeitsbereich Theater für Grundschule und Klassen 5/6 am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) leitet „Theaterarbeit mit den Kleinsten“ an. Sie schafft es auf wunderbare Weise, Übungen zur Erarbeitung von Theaterstücken mit Grundschüler*innen mit ihren eigenen Erfahrungen in diesem Bereich zu verbinden.

Luftballon

Erst im September bin ich aus dem Schauspielensemble in die Theaterpädagogik des Theater Schloss Maßbach gewechselt – ich freue mich schon sehr darauf, mit den Grundschüler*innen unserer Partnerschule loszulegen und all den Input in die Tat umzusetzen. Mit Luftballons, einem letzten Lieblingskeks und dem Gefühl, mit einem riesigen Koffer voller Ideen nach Hause zurückzukehren, mache ich mich auf den Weg – die vier Tage vergingen wie im Flug!

Vera Rumpel ist Theaterpädagogin am Theater Schloss Maßbach.
Die ASSITEJ e.V. ist Mitglied der Ständigen Konferenz „Kinder spielen Theater“.

„Schiefer gehen“ von Carsten Brandau: Uraufführung am 27.9.2018 im Theaterhaus G7 in Mannheim

Von Henning Fangauf

In Mannheim soll ich schiefer gehen? Geht das überhaupt? In dieser Stadt der rechten Winkel, des Planquadrats, deren Straßen von A1 bis U6 durchbenannt sind? Ich habe an dem Experiment teilgenommen, habe mich gemeinsam mit anderen im Schiefergehen geübt und bin dem Urknall des Theaters ein Stück näher gekommen: mehr Licht, mehr Liebe!

Im Theaterhaus G7 ist der Versuch unternommen worden, Theater und Publikum schiefer gehen zu lassen. Carsten Brandau hatte dazu das passende Stück geliefert, Inka Neubert und ihr Team haben die Uraufführung gewagt. Der Autor geht von einer kühnen These aus: … diese Welt geht nicht gerade. Und deshalb darf Theater, das vom Schiefgehen handelt, nicht nur selbst SCHIEF gehen – es muss vielmehr SCHIEFER als schief gehen!

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Hups! Der Vorhang klemmt, der Arm ist ab: „Schiefer gehen“ in Mannheim. Foto: Arthur Bauer

Hier und Jetzt, Drauf und Dran, Hülle und Fülle und viele weitere Figurenpaare spielen mit uns in allen Varianten das Schief-Sein und das Schief-Gehen durch. Dabei wird auch mal ein Arm abgerissen, der Vorhang klemmt, das Ertrinken naht… Alles schief auf dieser Bühne und in diesem wunderbaren Stück, das nun seine gelungene Uraufführung erlebte.

Im Kreis der Premierenbesucher*innen wurde anschließend lustig debattiert über schief und gerade, über alt und jung, über Theatertheater. Und je schiefer der Abend, umso seriöser das Projekt: gefördert vom Deutschen Literaturfonds und vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum im Rahmen des Projektes „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“. Da konnte ja nix schief gehen.

Weitere Aufführungen am 5., 6., 7., 12., 13. und 14. Oktober 2018.

 

 

Zwei mal zehn preiswürdige Stücke für das Kinder- und Jugendtheater – Teil 5 (Schluss)

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(c) Annika Freytag

Heute stellt der Sprecher der Jury für den Deutschen Kindertheaterpreis 2018 und den Deutschen Jugendtheaterpreis 2018, Prof. Dr. Gerd Taube, Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, die letzten vier Texte aus den Auswahllisten zu beiden Kategorien vor. Weiterlesen

Zwei mal zehn preiswürdige Stücke für das Kinder- und Jugendtheater – Teil 4

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(c) Volker Metzler

Mit neuen Texten von Luc Tartar, Oliver Schmaering, Fabrice Melquiot und Kevin Armento stellt heute die Jurorin Karola Marsch, Leiterin der Abteilung Dramaturgie und Theaterpädagogik am THEATER AN DER PARKAUE, Junges Staatstheater Berlin, vier weitere Stücke aus den Auswahllisten zum Deutschen Kindertheaterpreis 2018 und zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2018 vor. Weiterlesen

Zwei mal zehn preiswürdige Stücke für das Kinder- und Jugendtheater – Teil 3

 

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(c) Loredana La Rocca

Seit 1996 der Deutsche Kindertheaterpreis und der Deutsche Jugendtheaterpreis zum ersten Mal verliehen wurden, arbeitet Thomas Stumpp, Mitarbeiter im Bereich Theater und Tanz des Goethe Instituts in München, in der Jury mit. Heute setzt er den Reigen der Vorstellung von Texten aus den beiden Auswahllisten für die diesjährigen Preise mit Stücken von Jeton Neziraj, Roland Schimmelpfennig, Andréanne Joubert und Jean-François Guilbault sowie Jordan Tannahill fort. Weiterlesen

Zwei mal zehn preiswürdige Stücke für das Kinder- und Jugendtheater – Teil 2

 

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(c) Sebastian Bühler

Heute setzt die Jurorin Viktoria Klawitter, Stellvertretende Leiterin und Dramaturgin am Jungen Theater Heidelberg, die Vorstellung von Stücken aus den Auswahllisten zum Deutschen Kindertheaterpreis 2018 und zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2018 fort und macht mit vier weiteren Texten von Marta Guśniowska, Olivier Sylvestre, Rasmus Lindberg und Christina Kettering bekannt. Weiterlesen