„Transfer“ – neue Stücke aus Europa in Übersetzung

„Transfer“, unsere jährliche Übersetzerwerkstatt, wurde gestern, am So., 4.3.18 mit einer öffentlichen Lesung abgeschlossen. Ursula Bachhausen (Solingen), Lucas Franken (Bochum), Heide Fruth-Sachs (München), Margret Millischer (Wien), Katja von der Ropp (Berlin) und Johannes Schmid (Stockholm) stellten im Theaterhaus Frankfurt die von ihnen übersetzten Stücke vor und folgten dann der Lesung durch das Ensemble des Theaterhaus‘. Diese Veranstaltung sowie die Werkstatt fanden im Rahmen des 24. internationalen Theaterfestivals „Starke Stücke“ statt. Barbara Christ, erfahrene Übersetzerin und Mentorin, leitete die Arbeitsgespräche, die detailliert auf die Probleme der jeweiligen Übersetzungen eingingen. Über  Bedeutungen und Inhalte, Intentionen der Autor*innen  und kulturelle Eigenheiten wurde Wort für Wort, Satz für Satz diskutiert. Transfer18_Gruppe_Foto_Amelie VogelAn der Werkstatt nahmen teil (1. Reihe von links nach rechts): Katja von der Ropp, Ursula Bachhausen, Lucas Franken, Heide Fruth-Sachs, Margret Millischer und Johannes Schmid. Barbara Christ und Henning Fangauf stehen für die Seminarleitung. (Foto: Amelie Vogel) Weiterlesen

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Theaterkunst für die Jüngsten, künstlerischer Austausch und Fortbildung für die Künstler*innen

Das Festival „Visioni 2018“ in Bologna (Italien)

2714Das norditalienische Bologna ist gerade wieder Treffpunkt für Theatermacher*innen aus aller Welt, die sich und ihre künstlerische Arbeit dem jüngsten Publikum widmen. Dort wo seit über dreißig Jahren Theater, Kunst und Kultur für die frühe Kindheit als Menschenrecht gelebt wird, im Teatro Testoni Ragazzi und organisiert vom Team der Companie La Baracca, findet noch bis zum 4. März das Theaterfestival „Visioni 2018“ statt. Visionen für das Theater und Visionen für die Zukunft verspricht der Festivaltitel. Und man könnte sagen, mit den Zuschauerkindern aus Kinderkrippen und Kindergärten Bolognas sitzt die Zukunft, zumindest die Italiens, in jeder Vorstellung in den ersten Reihen. Weiterlesen

Wer recherchiert was, wie für wen?

Fachtag zur Recherecheorientierung im Kinder- und Jugendtheater

Ohne Recherche ist die Geschichte des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland nicht zu denken, denn die dokumentarischen Recherchen in der Lebenswelt der Kinder und die künstlerischen Recherchen für die adäquaten Formen der szenischen Darstellung prägten die Entstehung des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters vor einem halben Jahrhundert. Mit dieser Feststellung begann Ingrid Hentschel von der FH Bielefeld ihre Keynote zur Eröffnung des Fachtags von KJTZ, GRIPS-Theater und UdK am vergangenen Freitag im Podewil in Berlin Mitte.

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Die Teilnehmer*innen bei der Kartographie des Recherchetheaters auf der Bühne des GRIPS Theaters im Podewil  Weiterlesen

„Szenen machen“ – wie weiter?

Wir erinnern uns: mit „TAtSch“ – Theaterautoren treffen Schule und mit „Dialoge.“ – Szenisches Schreiben mit Jugendlichen führte das Zentrum nicht nur Veranstaltungen durch sondern gab Impulse für das szenischen Schreiben in Literatur- und Theaterpädagogik. Zwischen 2009 und 2015 fanden Autorenpatenschaften mit Schulen statt, ermöglichten wir Schreibwerkstätten mit Jugendlichen im außerschulischen Bereich und publizierten Fachbeiträge und Lesehefte mit Jugendstücken.  Angeregt durch diese Initiativen und einen immer größer werdenden Kreis von Künstler*innen und Pädagog*innen, die die Vorzüge des szenischen Schreibens mit Jugendlichen für die kulturelle Bildung erkennen, veranstaltete das Literaturhaus Stuttgart im März 2017 den Kongress „Szenen machen“. Die beiden Autoren und Schreiblehrer Lorenz Hippe und Thomas Richhardt konzipierten und leiteten die dreitägige Veranstaltung mit fast 100 Teilnehmner*innen.

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Gestern nun, am 8. Februar, kam die beiden zu einem Gespräch ins Zentrum, um mit Gerd Taube und Henning Fangauf über Chancen und Möglichkeiten, das Projekt fortzusetzen, zu diskutieren. Wie können die bisher gewonnenen Erfahrungen genutzt werden, welche Veranstaltungsformate braucht’s, wie finden Autor*innen und schreibinteressierte Jugendliche zusammen? Sowohl Zentrum als auch die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel wollen sich in den nächsten Jahren auf diesen Gebiet im Rahmen der Autorenförderung und der Beschäftigung mit dramatischen Texten und szenischen Prozessen engagieren. Ein angedachter Fachtag zum Thema soll 2019 Maßnahmen und Ziele für ein mögliches Modellprojekt ermitteln.

Die zweite Vorschlagsrunde beginnt am 15. Februar! Der Countdown für die erste Vorschlagsrunde läuft!

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Es sind nur noch wenige Tage, bis die erste Vorschlagsrunde für Augenblick mal! Das Festival des Theaters für junges Publikum 2019 endet.

Doch bis zum 14. Februar ist noch Gelegenheit Ihre/eure Inszenierungsvorschläge, d.h. je eine Inszenierung für ein Kinder- oder ein Jugendpublikum aus der Spielzeit 2016/2017 (Premiere 1.8. 16 bis 31.7.17) online einzureichen.

58 Vorschläge in den Kategorien „Kindertheater“ und „Jugendtheater“ sind bereits eingegangen. Die fünf Kuratorinnen und Kuratoren von Augenblick mal! sind seit Januar auf Reisen, um neben den Videos Ihre/eure vorgeschlagenen Inszenierungen ggf. auch live zu sichten.

Ab dem 15. Februar beginnt dann die zweite Vorschlagsrunde, die am 15. August 2018 endet. Dann können Inszenierungen vorgeschlagen werden, die in der Spielzeit 2017/18 (1.8.17 bis 31.7.18) Premiere hatten, bzw. haben werden.

Alle Vorschläge werden online auf www.kjtz.info eingereicht. Hier ist auch die Ausschreibung zu finden, die Sie/euch noch einmal detailliert über die Zeiträume und Bedingungen informiert.

Wenn jetzt schon klar ist, welche Inszenierung aus der aktuellen Spielzeit von Ihnen/euch vorschlagen werden soll, bitte nicht zögern! Ausreichend Sichtungstermine erhöhen die Chance, dass die Kurator*innen ggf. eine Live-Sichtung planen können.

Es sind nur zwei Schritte bis zum gültigen Vorschlag:

  1. Das Online-Formular auf www.kjtz.info ausfüllen und absenden.
  2. Daraufhin geht Ihnen/euch eine Email mit dem Hinweis auf den Video- und Material-Upload automatisch zu. Bitte mit Ihrem/eurem Passwort auf der Interbox einloggen. Nun kann der Upload des Videos (im mp4-Format) sowie der Inszenierungsmaterialien wie Programmheft (als PDF) und Inszenierungsfotos (als JPG, TIF etc.) beginnen.

Wir freuen uns über Ihre/eure Inszenierungsvorschläge!

Theater das die Augen öffnet

In Galway (Irland) ist gestern das Festival „Wide Eyes – A European Celebration of Performing arts for the very Young“ zu Ende gegangen

Die beschauliche Stadt Galway liegt an der Westküste der irischen Insel am Atlantischen Ozean, 200 km von der Hauptstadt Dublin entfernt. Seit Jahren schon gehört das Internationale Children‘s Art Festival Baborò, das jedes Jahr im Oktober zeitgenössische Darstellende Kunst für Kinder präsentiert, zu den profiliertesten Festivals der Theaterkunst für die jüngsten Zuschauer*innen von 0 bis 6 Jahren in Europa. In den letzten vier Tagen war Baborò Gastgeber für das Europäische Netzwerk small size um die Ergebnisse des Wide Eyes-Programms zu präsentieren. 15 Theatergruppen aus ebenso vielen europäischen Ländern waren nach Irland gekommen, um ihre Produktionen zu präsentieren, die in den letzten Jahren unter dem gemeinsamen Label „Wide Eyes“ produziert worden sind. Dabei haben die Theater das Netzwerk vor allem für den Austausch während der Probenarbeit an den Inszenierungen genutzt und sich in gemeinsamen Workshops über die Ergebnisse und Fragen ihrer künstlerischen Arbeit verständigt. Durch diesen Peer-to-Peer Support konnten die Künstler*innen Erfahrungen und künstlerische Erfolge ebenso teilen, wie gescheiterte Versuche und Fragen an die Kunst für die jüngsten Zuschauer*innen.

In den vergangenen vier Tagen konnte das lokale Publikum aus Galway sowie die Artists und Delegates des Netzwerkes 15 Inszenierungen erleben, die unterschiedlichste künstlerische Konzepte verfolgen, die aber jede für sich dem small size Motto folgen: Arts are not a matter of age but of curiosity.

Szenenfotos „Blisko“, Centrum Sztuki Dziecka w Poznaniu, Poznan, Polen (Foto Maciej Zakrzewski)

Die Neugier der Künstler*innen auf die Produktionen ihrer Kolleg*innen war groß. Neben den Aufführungen haben die beteiligten Theater Workshops angeboten und ihre jeweils besondere Art des künstlerischen Umgangs mit den szenischen Mitteln der Darstellenden Künsten gemeinsam mit anderen Teilnehmer*innen erkundet und ihre Arbeit reflektiert. Beim großen „Artists and Delegates Dinner“ im Spiegelsaal des altehrwürdigen Meyrick Hotels am am zentralen Eyer Square wurde dann jeden Abend noch bis spät gemeinsam gegessen und getrunken, gelacht und diskutiert. Nicht nur hier, sondern während des gesamten Festivals war deutlich zu spüren, wie stark die Bewegung des Theaters für die jüngsten Zuschauer*innen inzwischen schon ist und wie selbstbewusst die Künstler*innen ihr Schaffen präsentieren und reflektieren.

Beim Abschied hieß es nicht nur Good Bye und Auf Wiedersehen in Galway beim Baborò Festival im Oktober, sondern auch „See you in Bologna in a fee weeks.“ Wenn nämlich das Theater La Baracca, Testoni Ragazzi vom 23. Februar bis 04. März 2018 in der Universitätsstadt im Norden Italiens das Festival Visioni 2018 präsentiert. Einige der in Galway gezeigten Produktionen kann man dann auch dort sehen. Die Kinder und Eltern in Bologna dürfen sich schon auf Theatererlebnisse freuen, beim denen erneut weit geöffnete Augen von der Neugier und dem Staunen des jüngsten Publikums zeugen werden.

Nürnberg, Europa und zurück

Das Festival Panoptikum wurde gestern Abend eröffnet. Im Mittelpunkt der Eröffnungsrede von Andrea Erl stand die Frage nach der Bedeutung Europas und seinen Werten, die sie aus dem Vertrag von Lissabon zitierte. Wolfgang Schneider forderte eine Wahlkampagne für mehr Kinder- und Jugendtheater im Freistaat. Er bezog sich in seinem Grußwort auf die aktuelle Studie der ASSITEJ, die auch Oberbürgermeister Ulrich Maly und Staatssekretär Sieber interessierte. Was muss passieren, damit Kinder und Jugendliche in Nürnberg, Bayern und Europa Theater erleben können?

Zu Gast beim Festival Panoptikum ist auch der Vorstand der ASSITEJ International.

Im Festivalprogramm mit immerhin 53 Aufführungen an 10 Spielstätten präsentiert die ASSITEJ heute ihr neues IXYPSILONZETT Jahrbuch für Kinder- und Jugendtheater 2018. Wolfgang Schneider diskutiert im Gespräch mit Andrea Erl (Theater Mummpitz) und Jürgen Decke (Theater Pfütze) Strukturen für Theaterkunst.