„Anfall und Ente“ – SPIELPLATZ und ‚Nah dran!‘ Zwei Premieren am Bodensee

 

_DSC3228Am letzten Sonntag, dem 7. Mai 2017, war das Theater Konstanz ganz auf Kindertheater gepolt. Um 15.00 Uhr fand am Jungen Theater die Uraufführung „Anfall und Ente“ der Hamburger Autorin Sigrid Behrens statt. Das Stück entstand dank der Förderung durch das ‚Nah dran!‘ Projekt in Zusammenarbeit zwischen der Autorin und dem Theater. Diese Zusammenarbeit wurde 2015 von Sarah Wiederhold, damalige Leiterin des Jungen Theaters, initiiert  und von Philipp Teich (Dramaturgie) und Ingo Putz (Regie) nun zur Premiere gebracht. Das Premierenpublikum jubelte! Textbücher gibt’s ab sofort beim Drei Masken Verlag in München. Ingo Putz stellte sich mit dieser ersten und gelungenen Inszenierung als neuer Leiter des Jungen Theater in Konstanz vor. Und dass “Anfall und Ente“ sich zeitgleich im Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarktes befand (eines von 6 aus 92) setzte dem Stück und dieser für das Kindertheater neuen Autorin die Krone auf. „Anfall und Ente“ ist Sigrid Behrens erstes und gewiss nicht letztes Kinderstück. Auf dem Foto von Bjørn Jansen https://bjoernjansen.com/ sind zu sehen Jana Alexia Rödiger und Sebastian Haase. Weiterlesen

ASSITEJ Preise 2017

Ehrung für engagierte Künstler*innen des Kinder- und Jugendtheaters

Am 27. April 2017 wurden im GRIPS Theater am Hansaplatz die ASSITEJ Preise für besondere Verdienste um das Theater für junges Publikum und die ASSITEJ Veranstalterpreise für engagierte Gastspielorganisator*innen verliehen.In zwei Preiskategorien wurden je drei Personen oder Institutionen geehrt.

Mit dem ASSITEJ Preis für besondere Verdienste um das Kinder- und Jugendtheater werden geehrt:

–          Rudolf Herfurtner (München) für sein Werk als Autor unterschiedlichster Genres in den Dramatischen Künsten für junges Publikum

–          Andrea Gronemeyer (Nationaltheater Mannheim) für ihre Impulse zum zeitgenössischen Musiktheater für Kinder und Jugendliche

–          Theaterwerkstatt Pilkentafel (Flensburg) für ihre langjährige Theaterarbeit sowie für ihr zukunftsweisendes Konzept, das einen etablierten Kulturort für neue Künstlergenerationen öffnet und ihn grenzüberschreitend definiert. Elisabedeth Bohde, Thorsten Schütte, Analea Dörre und Manuel Melzer nahmen den Preis entgegen.

Mit dem ASSITEJ Veranstalterpreis für hervorragende Gastfreundschaft und Gastspielorganisation eines qualitätsvollen Theaterprogramms für junges Publikum werden geehrt:

–          Die Ernsting Stiftung / Alter Hof Herding als Träger des konzert theater coesfeld, vertreten durch Dr. Ulrike Hoppe-Oehl und Bettina Maurer, verantwortlich für das Kindertheaterprogramm

–          Wolfgang Barth von den Bürgerhäusern Dreieich

–          Katja Spieß vom FITZ Zentrum für Figurentheater in Stuttgart

Wolfgang Schneider, Vorsitzender der ASSITEJ e.V., hob hervor, wie wichtig in einer sich wandelnden Theater- und Kulturlandschaft persönliches Engagement ist. Die Preisträger stehen für ihre Ideen und Ideale ein. Sie bringen Förderern und politischen Entscheidern Theaterkunst als kulturelle Bildung näher und schaffen Gestaltungsspielräume in Kultur und Gesellschaft. Er sagte „Die ASSITEJ nutzt die Öffentlichkeit des Festivals „Augenblick mal!“, um die visionäre Kraft der darstellenden Künste sichtbar zu machen. Es geht um die gesellschaftliche Herausforderung, Zugänge zu Kultur für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen.

Wolfgang Schneider begrüßte gemeinsam mit Philipp Harpain, Leiter des GRIPS Theaters, rund 300 Gäste, die zu Ehren der diesjährigen ASSITEJ Preisträger*innen nach Berlin gekommen waren. In der Jury zum ASSITEJ Preis und zum ASSITEJ Veranstalterpreis sind Brigitte Dethier (Junges Ensemble Stuttgart), Prof. Dr. Wolfgang Schneider und Prof. Dr. Gerd Taube (Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland) vertreten. Vorschläge für die Preise, die seit 1991 alle zwei Jahre beim Festival „Augenblick mal!“ verliehen werden, machen die rund 400 Mitglieder der ASSITEJ .

Gastgeberin des Abends war Vorstandsmitglied Julia Dina Heße, Leiterin des Jungen Theaters Münster. Im Anschluss an die Verleihung lud der Vorstand der ASSITEJ zu einem Em pfang auf der Bühne des GRIPS Theaters ein. Getanzt wurde zur Musik des HAC Quartetts.

Fotos und Laudationes unter http://www.assitej.de

„Augenblick mal!“ Das Kinder- und Jugendtheater auf Entdeckungsreise in Berlin

„Augenblick mal!“, das Festival des Theaters für junges Publikum wurde am 25. April eröffnet. Die Festivalgäste wurden  herzlich begrüßt von Gerd Taube und dem gesamten Festivalteam des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, den Kurator*innen, vom Produktionsteam von „Ehrliche Arbeit“, von Kay Wuschek (Theater an der Parkaue), Philipp Harpain (GRIPS Theater) sowie von Caren Marks (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Wolfgang Schneider (Vorsitzender der ASSITEJ). Heute Abend werden im GRIPS Theater am Hansaplatz die ASSITEJ Preise verliehen. Wer nicht in Berlin sein kann, kann dennoch mithören, mitgucken, mitmachen, mitdenken und mitreden:

Zum Mithören Kuratorin Anke Meyer im Gespräch: https://www.kulturradio.de/av/programm/kultur_aktuell/2017/kultur_aktuell_0790.html

Zum Mitlesen: http://www.morgenpost.de/incoming/article210303007/Spielerisch-richtige-Antworten-finden.html

https://www.zitty.de/event/buehne-schauspiel/augenblick-mal-sorry-10041751/

Zum Mitgucken: Kuratorin Azadeh Sharifi im TV: http://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/Augenblick-mal/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822084&documentId=42314406

Zum Mitmachen: Wolfgang Schneider fragte in seinem Grußwort danach, auf welchem Weg das Kinder- und Jugendtheater in einer sich verändernden Theaterlandschaft ist und warb für die Teilnahme an der repräsentativen Befragung der ASSITEJ, die Grundlage für einen Bericht zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland sein wird. Denn es geht darum herauszufinden:

„Wer sind wir? Und wie viele? Wer fördert, wer macht mit, wer guckt zu? Was wird gespielt, in welchen Räumen, mit welchen Mitteln? Eine quantitativ angelegte empirische Studie soll der Selbstvergewisserung dienen. Sie wird durch Ihre Teilnahme qualifiziert, mit Beispielen aus der künstlerischen Praxis und durch die Analyse kulturpolitischer Rahmenbedingungen. Machen Sie mit, auf dem Weg zu den wahren Fakten, machen Sie Anregungen, was geht und was nicht.“

Wer noch keine Einladung zur Teilnahme erhalten hat, sollte sich rasch an kjtstudie@kjtz.de wenden.

Zum Mitdenken und Mitengagieren:

„Immer noch gibt es die Verteilungskämpfe, die Ungerechtigkeiten im System: Das Theater für junges Publikum, das mit dem geringsten Etat, mit den kleinsten Ensembles, die zudem die bescheidensten Buden bespielen müssen. Wenn sie überhaupt eine würdige Spielstätte ihr Eigen nennen dürfen. Jüngstes Beispiel: Das Theater o.N. in Berlin kriegt eine Kündigung. Wenn ihnen überhaupt eine würdige Förderung gewährt wird. Jüngstes Beispiel: Das Theater Pilkentafel in Flensburg. Was da abgeht, das geht ganz und gar nicht!

http://www.theater-on.com

http://flensburgtheater.de/pilkentafel/

Mehr über das Festival ist unter www.augenblickmal.de zu erfahren.

 

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„Konferenz: Beteiligung“, eine Veranstaltung des Theaters an der Parkaue vom 8.bis 9. April 2017 in Berlin

Mit Vorträgen und in gemeinsamen Werkstätten haben die etwa siebzig Expert*innen aus dem Kinder- und Jugendtheater den Begriff „Beteiligung“ theoretisch wie praktisch durchdacht und reflektiert.

Konferenz: Beteiligung @ KJTZ 2017Beteiligung ist eines der Schlagworte, die mit Partizipation, Teilhabe etc. einen öffentlichen Diskurs organisieren, der von den jeweils empfundenen bzw. nachgewiesenen Defiziten ausgeht. Durch eine genaue Kontextualisierung der Begriffe können an den Diskurs geknüpfte Interessen erkannt, einerseits überzogene Erwartungen abgewehrt und andererseits radikale Potentiale genutzt werden. Über ihre Teilnahme hinaus sollen diese Vielen nicht nur mitmachen, sondern die Bedingungen ihres Handelns auch durchschauen. Wird Theater als soziales Handeln verstanden, geht es auch in der Kunst um Transparenz. Kunst als Teil der Demokratie unterstützt nicht die Konsenskultur, sondern befähigt dazu, Dissens verstehbar zu machen. Hierzu gehört es, künstlerische wie soziale Prozesse als komplex, vielschichtig und vielfach widerstreitend wahrzunehmen.

Konferenz: Beteiligung © KJTZ 2017Diesen Denkraum haben sich die Teilnehmenden in den Werkstätten auch praktisch erschlossen. Assoziativ und explorativ sind existierende Arbeitsstrukturen verhandelt und Perspektiven eröffnet worden. Erkenntnisse sind dabei aus einem dezidiert künstlerischem Blickwinkel, aus der Soziologie von Organisationen oder aus einem gemeinsamen „Kochlabor“ gewonnen worden. Aufschlussreich war beispielsweise, dass die bloße Konstatierung von gesellschaftlichen Gegensätzen ins Leere läuft – aber mit spielerischen Mitteln für die Teilnehmenden produktiv gestaltet werden kann. Neben vielen solcher kleinen Erfahrungen sind auch eine Reihe größerer Ideen für gelungene Beteiligungen in der Zukunft zusammengetragen worden. Es ist zu wünschen, dass diese Vorschläge für die Öffnung der Theater – nach innen durch eine Änderung der Arbeitsstrukturen und nach außen durch neue Angebote wie auch durch eine größere Einbeziehung des Publikums – an vielen Orten in den Theateralltag weitergetragen und schließlich in die Praxis überführt werden.

Mit dieser Konferenz hat das Theater in der Parkaue als Veranstalter ein einleuchtendes Format vorgestellt, um nicht nur das eigene Programm weiterzuentwickeln, sondern auch einen Beitrag zur Weiterbildung der Kinder- und Jugendtheater zu leisten.

Jürgen Kirschner

Weiterlesen: http://www.parkaue.de/spielplan/eroeffnung-konferenz-beteiligung/

Transfer – Werkstatt Kinder- und Jugendtheater in Übersetzungen

StSt2017_Transfer_Foto_Amelie Vogel (2)Als Teil des Festivalprogramms „Starke Stücke“, wurde gestern Abend, 12.3.17, die Übersetzerwerkstatt „Transfer“ mit einer Lesung beendet. Seit Do., 9.3. diskutierten und bearbeiteten fünf Teilnehmerinnen, unter der Leitung von Barbara Christ, ihre Übersetzungen der folgenden aktuellen Kinderstücke in die deutsche Sprache:

Cow-Boys (Des Cow-boys) von Sandrine Roche, aus dem Französischen von Anne-Isabelle Zils

Vollmondkinder (Les Enfants de la Pleine Lune) von Emanuelle delle Piane, aus dem Französischen von Mandana Mansouri

Robins Glück im Unglück (Olycka och elände) von Tove Applegren, aus dem Schwedischen von Theresa Stooß

Antons großes Herz (Antons store hjerte) von Lilje Windbirk, aus dem Dänischen von Franziska Koller

Mauz und Wuffs Guter Tag (Maukan ja Väykän hyvä päivä) von Timo Parvela, aus dem Finnischen von Elina Kritzokat

Die aus dem Polnischen übersetzende Agnes Siewert musst ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen. Es lasen: Uta Nawrath, Susanne Schyns und Günther Henne (Theaterhaus Ensemble).
Auf dem Foto von rechts nach links: Barbara Christ, Theresa Stooß, Franziska Koller, Anne-Isabelle Zills, Elina Kritzokat, Mandana Mansouri und Henning Fangauf

 

 

Marta Gusniowska (Polish Contemporary Playwrights)

Marta Gusniowska © privatA Glance Around the Polish TYA 5

In Poland contemporary plays for children are well-known and often staged nowadays. As Polish TYA is closely related to puppet theatre many of the pieces are dedicated to perform with puppets. The most favored playwright is Marta Gusniowska, who writes original pieces as well as fairy tales’ adaptations. She deconstructs the schemes and characters of the fairy tales and her pieces are full of both linguistic humour and situational comedy. Language’s deconstruction is another feature of her playwriting. Although there are many linguistic games in Marta’s plays, some of them were translated into English, German and a couple of Slavic languages. The plays of Marta Gusniowska, which are also open for productions with actors, can be obtained by the agency Stowarzyszenie Autorów ZaiKS http://www.zaiks.org.pl/ . For more read on: http://www.jugendtheater.net/en/poland/gusniowska .

This series by Agata Drwiega on http://www.jugendtheater.net is dedicated to Polish contemporary theatre for children where various influences come across. It is easy to find there both traditional puppet performances and shows based on modern plays. In the posts we present some drafts of the interesting and worth-to-be-mentioned performances, tendencies, publications and events, which took place in Poland recently.