Jubiläumsgrußworte

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland

„Gutes Kindertheater ist ein Lebensmittel, es hilft bei der Weltaneignung“, hat der Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, Dr. Wolfgang Schneider, einmal gesagt. Das ist richtig. Sich die Welt anzueignen, ist ebenso wichtig wie Nahrung aufzunehmen. Kulturelle und ästhetische Bildung ist für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unverzichtbar. Das Theater wiederum, die Möglichkeit, sich in einer Rolle, einem Tanzprojekt oder einer Schreibwerkstatt auszudrücken, ist ein Herzstück der Kultur. Auf der Bühne wachsen Menschen über sich selbst hinaus, alle Sinne werden angeregt, die individuellen Fähigkeiten gefördert.

Als das Kinder- und Jugendtheaterzentrum im Juni 1989 gegründet wurde, stand die Mauer noch – aber sie bröckelte schon. Die Bedingungen des Kinder- und Jugendtheaters waren in den beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich. Interessanterweise fand im Osten das Kinder- und Jugendtheater breite Anerkennung, während anspruchsvolles Theater für junges Publikum es im Westen schwerer hatte. Es war die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche ASSITEJ, die die damalige Bundesfamilienministerin von der Idee eines „Nationalen Zentrums für Kinder- und Jugendtheater in der Bundesrepublik Deutschland“ überzeugen konnte. Die ASSITEJ war auch das verbindende Element zwischen dem ostdeutschen und dem westdeutschen Kinder- und Jugendtheater, denn beide deutsche Staaten gehörten dem Verband an. Als im Dezember 1989, drei Wochen nach der Maueröffnung, die erste große Veranstaltung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums stattfand – das 1. Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater –, nahmen Akteure aus der ostdeutschen wie aus der westdeutschen Kindertheaterszene teil: ein gesamtdeutsches Projekt von Anfang an.

Seitdem engagiert sich das Zentrum ideenreich und reflektiert im Sinne seines Auftrags, „der Entwicklung des Kinder- und Jugendtheaters und seiner Einbeziehung in alle Bereiche der Jugendhilfe“ zu dienen. Es wirkt in alle Richtungen: Es dokumentiert Stücke und Inszenierungen, informiert und berät Schauspielerinnen und Schauspieler, Pädagoginnen und Pädagogen; es vertritt das Kinder- und Jugendtheater in der Öffentlichkeit, gegenüber der Politik und im internationalen Austausch. Aus unserer Kulturlandschaft ist das Kinder- und Jugendtheaterzentrum 25 Jahre nach seiner Gründung kaum noch wegzudenken. Ich wünsche dem Zentrum, seinem Team und allen, die sich für das Kinder- und Jugendtheater engagieren, alles Gute und weitere erfolgreiche Jahre!

(Als PDF-Datei: Bundesministerin Manuela Schwesig – Grusswort zum KJTZ-Jubilaeum)

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Grußwort von Professor Dr. Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender der ASSITEL e.V., Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche

„Wenn die ASSITEJ nicht schon das Zentrum erfunden hätte, dann müsste die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, Sektion Bundesrepublik Deutschland, dies schleunigst nachholen. Denn noch nie wurde so viel Theater gespielt für die Jüngsten und von den Jungen. Aber auch noch nie waren die Darstellenden Künste so gefährdet. Die Schutzschirme zur Konsolidierung der Haushalte zwingen die Kommunen zu Kürzungen, die Schuldenbremse wird die so genannte freiwillige Aufgabe der Theaterförderung in den Ländern zur Disposition stellen. Auch wenn die Konjunktur der Kulturellen Bildung nach wie vor die Sonntagsreden bestimmt, bestimmen im besten Falle befristete Projekte das Alltagshandeln. Auch wenn die Statistik den Zuspruch zum Theater für ein junges Publikum eindrucksvoll dokumentiert, sind die quantitativen Erfolge eher mit Vorsicht zu genießen.

Denn Kinder- und Jugendtheater ist eben kein Massenprodukt, sondern nimmt die Rezipienten ernst. Es geht um Partizipation, Freiräume und Qualität. Es geht um Relevanz und Substanz. Es geht um den jugend-, bildungs- und kulturpolitischen Stellenwert. »Kinder brauchen Theater« titelte das Zentrum im ersten Jahrzehnt mit der Handschrift von Friedrich Karl Waechter; mit dem Silberjubiläum wird mit dem Slogan »Fördern was gebraucht wird: Theater zum Wachsen« geworben. Und dafür braucht es ein Zentrum, das Zentrum. Um zu fördern, was es schwer hat. Um zu diskutieren, was befördert werden sollte. Um zu vernetzen, was zusammengehört.“

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Grußwort von Thomas Lang, Vorsitzender des Kuratoriums des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und seit 1998 Vorstandsmitglied der ASSTITEJ, der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche

„Als neuer Kinder- und Jugendtheatermacher damals am Staatstheater in Braunschweig war ich sofort dabei. Das Zentrum in Frankfurt war für mich wirklich ein Zentrum und ich ein Satellit, das Autorenforum und Augenblick Mal Pflichtveranstaltungen für Anregungen, Kontakte, fürs Nachdenken und Dazugehören. Man konnte stolz sein auf seinen Beruf, das Zentrum war ein Ausdruck dessen. Heute am 25. Geburtstag arbeite ich mit im Kuratorium, kann Überblick und andere Sichtweisen ein- und anbringen, immer mit Leidenschaft für die Sache und mit Ernsthaftigkeit im Engagement, wie das Zentrum selbst und alle anderen auch. Herzlichen Glückwunsch zum Fünfundzwanzigsten, Kinder- und Jugendtheaterzentrum. Es ist besser, dass es dich gibt.“

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