Keine Visa für Künstler aus Südafrika

Im März 2017 erhielten Künstler aus Nigeria kein Visum zur Einreise nach Deutschland, um ihre Produktion „Sandscapes“ bei den Festivals „Starke Stücke“ und „FRATZ“ zu zeigen. Stefan Fischer-Fels (Stellvertretender Vorsitzender der ASSITEJ e.V. und Mitglied des Vorstands der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche) betonte in seiner Rede zur Eröffnung des Festivals „Starke Stücke“:

„Es ist nicht hinnehmbar, dass wir Mauern bauen, die nicht einmal die Künstler überwinden können.“

Nun wiederholt sich die Geschichte in Norwegen: Die südafrikanisch-norwegische Koproduktion „Phefumla“ kann beim SAND Festival der ASSITEJ Norwegen nicht wie geplant gezeigt werden, da zwei der vier Darsteller kein Einreisevisum erhalten haben. Weiterlesen

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„Konferenz: Beteiligung“, eine Veranstaltung des Theaters an der Parkaue vom 8.bis 9. April 2017 in Berlin

Mit Vorträgen und in gemeinsamen Werkstätten haben die etwa siebzig Expert*innen aus dem Kinder- und Jugendtheater den Begriff „Beteiligung“ theoretisch wie praktisch durchdacht und reflektiert.

Konferenz: Beteiligung @ KJTZ 2017Beteiligung ist eines der Schlagworte, die mit Partizipation, Teilhabe etc. einen öffentlichen Diskurs organisieren, der von den jeweils empfundenen bzw. nachgewiesenen Defiziten ausgeht. Durch eine genaue Kontextualisierung der Begriffe können an den Diskurs geknüpfte Interessen erkannt, einerseits überzogene Erwartungen abgewehrt und andererseits radikale Potentiale genutzt werden. Über ihre Teilnahme hinaus sollen diese Vielen nicht nur mitmachen, sondern die Bedingungen ihres Handelns auch durchschauen. Wird Theater als soziales Handeln verstanden, geht es auch in der Kunst um Transparenz. Kunst als Teil der Demokratie unterstützt nicht die Konsenskultur, sondern befähigt dazu, Dissens verstehbar zu machen. Hierzu gehört es, künstlerische wie soziale Prozesse als komplex, vielschichtig und vielfach widerstreitend wahrzunehmen.

Konferenz: Beteiligung © KJTZ 2017Diesen Denkraum haben sich die Teilnehmenden in den Werkstätten auch praktisch erschlossen. Assoziativ und explorativ sind existierende Arbeitsstrukturen verhandelt und Perspektiven eröffnet worden. Erkenntnisse sind dabei aus einem dezidiert künstlerischem Blickwinkel, aus der Soziologie von Organisationen oder aus einem gemeinsamen „Kochlabor“ gewonnen worden. Aufschlussreich war beispielsweise, dass die bloße Konstatierung von gesellschaftlichen Gegensätzen ins Leere läuft – aber mit spielerischen Mitteln für die Teilnehmenden produktiv gestaltet werden kann. Neben vielen solcher kleinen Erfahrungen sind auch eine Reihe größerer Ideen für gelungene Beteiligungen in der Zukunft zusammengetragen worden. Es ist zu wünschen, dass diese Vorschläge für die Öffnung der Theater – nach innen durch eine Änderung der Arbeitsstrukturen und nach außen durch neue Angebote wie auch durch eine größere Einbeziehung des Publikums – an vielen Orten in den Theateralltag weitergetragen und schließlich in die Praxis überführt werden.

Mit dieser Konferenz hat das Theater in der Parkaue als Veranstalter ein einleuchtendes Format vorgestellt, um nicht nur das eigene Programm weiterzuentwickeln, sondern auch einen Beitrag zur Weiterbildung der Kinder- und Jugendtheater zu leisten.

Jürgen Kirschner

Weiterlesen: http://www.parkaue.de/spielplan/eroeffnung-konferenz-beteiligung/

Marta Gusniowska (Polish Contemporary Playwrights)

Marta Gusniowska © privatA Glance Around the Polish TYA 5

In Poland contemporary plays for children are well-known and often staged nowadays. As Polish TYA is closely related to puppet theatre many of the pieces are dedicated to perform with puppets. The most favored playwright is Marta Gusniowska, who writes original pieces as well as fairy tales’ adaptations. She deconstructs the schemes and characters of the fairy tales and her pieces are full of both linguistic humour and situational comedy. Language’s deconstruction is another feature of her playwriting. Although there are many linguistic games in Marta’s plays, some of them were translated into English, German and a couple of Slavic languages. The plays of Marta Gusniowska, which are also open for productions with actors, can be obtained by the agency Stowarzyszenie Autorów ZaiKS http://www.zaiks.org.pl/ . For more read on: http://www.jugendtheater.net/en/poland/gusniowska .

This series by Agata Drwiega on http://www.jugendtheater.net is dedicated to Polish contemporary theatre for children where various influences come across. It is easy to find there both traditional puppet performances and shows based on modern plays. In the posts we present some drafts of the interesting and worth-to-be-mentioned performances, tendencies, publications and events, which took place in Poland recently.

With Fire in the Head. A meeting about German dramaturgy for young adults

Z ogniem w głowie 2016 Titelseite des Programmheftes A Glance around Polish TYA 4

From the 18th to 22nd of October 2016 the second meeting about German dramaturgy for young adults  ‚Z ogniem w głowie‘ took place in the Dramatyczny Theatre in Wałbrzych. Both the presentations of the German plays and the speeches of the Polish and German guests were new and innovative. What I found most inspiring is the idea of plays written for youth which catch also the interest of adults. In Poland there are many plays written for adults which are appropriate for youngsters too. But the first option leads TYA to more democratic events for instance for a mixed-aged-audience – in contrast to shows whose main topic is addressed to children but also contains numerous subtexts for adults only. For more read on: http://www.jugendtheater.net/en/poland/firehead

This series by Agata Drwięga on http://www.jugendtheater.net is dedicated to Polish contemporary theatre for children where various influences come across. It is easy to find there both traditional puppet performances and shows based on modern plays. In the posts we present some drafts of the interesting and worth-to-be-mentioned performances, tendencies, publications and events, which took place in Poland recently.

Den ländlichen Raum als Kulturraum denken

Flux – Theater und Schule in Hessen unterwegs, hervorgegangen aus einem Modellprojekt der ASSITEJ e.V.,  präsentierte am 25. November 2016  in Bad Orb vier Künstlerresidenzen im ländlichen Raum. Projektleiterin Ilona Sauer lud zum Auftakt dazu ein, den Blick auf den ländlichen Raum zu verändern. Es gehe nicht um Mangel und Defizit, sondern um Anknüpfungspunkte, gemeinsame Forschungsfragen und neue künstlerische Herangehensweisen. Auszüge aus ihrem Impuls sind hier nachzulesen:  Weiterlesen

Warten. Stefan Fischer-Fels über seine Reise nach Yaundé, Kamerun

 

Der Vorstand der Assitej International – das Executive Committee – trifft sich alle 4 bis 6 Monate irgendwo auf der Welt, um die Geschäfte des weltweiten Bündnisses des Theaters für Kinder voranzutreiben. In den letzten 5 Jahren war ich auf diese Weise in Argentinien, Aserbaidschan, Australien, England, Indien, Japan, Österreich, Polen, Ukraine… Aber das war alles nichts gegen diese Reise nach Kamerun. Dort gibt es jährlich in der 2-Millionen-Hauptstadt Yaoundé das internationale Theater-Festival für junges Publikum „Fateh“. Wir sind Gäste des Festivals, treffen die Künstler vor Ort und erfahren, welche Fragen und Herausforderungen hier bestehen.

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Kamerun ist ein armes Land. Es hat Rohstoffe, aber die Gewinne fließen in die Taschen einer kleinen reichen Oberschicht, die Weiterlesen

„Sind Sie die Kindertheatergruppe?“ Kinder- und Jugendtheater zu Gast im Bayerischen Landtag

 

Kathrin Lehmann (Ingolstadt) berichtet für uns exklusiv aus dem AK der Kinder- und Jugendtheater in Bayern:

5.58 Uhr – für Theatermitarbeiter etwas untypische Zeit- Abfahrt nach München in den Bayerischen Landtag

7.45 Uhr Treff an der Pforte, Sicherheitscheck und Durchleuchten

7.51 Uhr wir werden abgeholt zum Weg in die Pfalzstube mit den Worten „Sind sie die Kindertheatergruppe?“

8.00 Uhr Frühstück, wir warten auf einige Kollegen aus der Politik,. Etwas verspätet geht es aber los. Anwesend sind die CSU-Politiker: Oliver Jörg, Andreas Schalk, Alex Dorow, Karl Freller, Christine Haderthauer und Vertreter des AK Bayern, der sich und seine Arbeit zunächst vorstellt. Über die Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit des Kinder- und Jugendtheaters herrscht allgemeiner Konsens. Das Interesse der Politik die Arbeit der Kinder- und Jugendtheater in Bayern zu fördern und zu unterstützen sei da – auch fraktionsübergreifend.

Wir rennen offene Türen ein. Bei Finanzierungsfragen wird es dann schon etwas schwieriger, das liegt aber auch an den unterschiedlichen Organisationsformen der jeweiligen Theater im AK und kann nur im Detail besprochen werden.

Uns wird empfohlen die regionale Lobbyarbeit vor Ort zu intensivieren. Bei der Frage nach weißen Flecken, also den Orten, an denen Kinder und Jugendliche nur schwer Zugang zum Theater haben, wird deutlich: Es können nur Strukturen gefördert werden die vor Ort selbst entstehen bzw. bereits bestehen.

9.00 Uhr man bedankt sich, man beteuert sich, man einigt sich auf die Wichtigkeit eines Wiedersehens, man will im Gespräch bleiben. Das klingt doch ganz gut…

Herzlichen Dank an die Kollegen des AKs aber vor allem an die Politiker, die sich um 8.00 Uhr mit uns an einem Tisch gesetzt haben, die auf unserer Seite sind, die die wertvolle Arbeit der Kinder- und Jugendtheatermacher sehr gut zu kennen scheinen.

parlamentarisches-fruhstuck-bayern-okt-2016-1-kleinFrühstück des AK Wissenschaft und Kunst der CSU-Fraktion zur Situation des Kinder- und Jugendtheaters in Bayern. Mit CSU-Wahlkreisvertretern verschiedener Regionen und Vertretern des AK Kinder- und Jugendtheaters Bayern. München am 19. Oktober 2016.

Der AK Bayern trifft sich im Januar in großer Runde wieder, um die nächsten Schritte gemeinsam zu überlegen.