„Was ich in den Denkraum mitbringe“ – Auf zum Autorenforum! Teil 6

Laura Mattes und Friederike Kemmether, Stipendiatinnen und Teilnehmerinnen des „Denkraums“ der dg:starter haben sich Gedanken gemacht: „Was ich in den Denkraum mitbringe“. Dieser findet im Rahmen des 29. Frankfurter Autorenforums am Fr., 3.11., 12.00 Uhr statt. Herzliche Einladung zum Mitdiskutieren.

Achtung BühneFriederike Kemmether denkt beim Nordseeurlaub über Schauspieler und Junge Akteure nach:

Schauspieler
Eine Schauspielerin geht mir nicht aus dem Kopf. Allein mit der Körperlichkeit ihres Spiels hat sie geschafft, mich an etwas zu erinnern, wozu ich in mir selbst den Kontakt verloren hatte. Etwas ist in mir wieder munter geworden, etwas, von dem ich zu vergessen drohte, dass es menschen-möglich ist und bleibt. Wie kann man sich denn als Schauspieler „berechtigt“ fühlen? Für wen ist man es: im „Konzert“ des menschlichen Miteinander die Gabe zu besitzen und als Leistung einzubringen, Gefühle zu entfachen, zum Mitfühlen anzustiften, es wieder bewußt zu machen. Weil so vieles nicht selbstverständlich ist, nicht von vornherein und beständig vor- und zuhanden. Was braucht es eigentlich so an Menschlichem, um sich als Mensch zu fühlen – und sich als Mensch zu geben? Habe ich das eigentlich noch „drauf“: aufrechten Gang, gleichmäßiges Stehen, jemanden richtig Anschauen, einen Satz über die Lippen bringen, die Gabel zum Munde führen. Im Theater erinnere ich mich an den Menschen und das Menschliche (auch in der Hülle des Unmenschlichen). Ich werde meiner eigenen Vereinzelung gewahr, und unser aller Gemeinschaftlichkeit.
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Diversität in der Gesellschaft – Statements aus den Theatern. Auf zum Autorenforum! Teil 5

hannahbiedermann_005-723x1024Hannah Biedermann
Mein Theater soll ein Plädoyer für eine plurale Gesellschaft sein, indem es Vielfalt abbildet, Komplexität anerkennt und vor den Unmöglichkeiten nicht kapituliert.

BassamGhazi_9-17Bassam Ghazi
Was war zuerst da? Du oder deine Geschichte?
Wo fühlst du dich wohler? In der Mehrheit? Oder in der Minderheit?
Auf welche Antwort hättest du gerne eine Frage?

Philipp Harpain9-17Philipp Harpain
Den Wandel der Gesellschaft zu mehr Gleichberechtigung aktiv mit Theater zu begleiten, reflektieren und voranzutreiben, sowie Utopien wieder denkbar zu machen, ist Kernaufgabe des GRIPS.

Diversität in der Gesellschaft – Was sagen die Autorinnen und Autoren? Auf zum Autorenforum! Teil 4

Statements der Dramatikerinnen und Dramatiker zum Thema des diesjährigen Frankfurter Autorenforums für Kinder- und Jugendtheater:

Nolte2013IIIJakob Nolte
Eine Art von demografischer Vielfalt ist bspw. ein Schlüssel dafür, nicht andauernd die selben Geschichten zu erzählen.

 

Mortazavi_c_Arno DeclairAzar Mortazavi
Figuren schaffen, Räume kreieren, Bilder gestalten, die gegen eindeutige Identitätskonstrukte rebellieren, die Machtverhältnisse hinterfragen und alle People of Colour empowern, sich selbst zu repräsentieren.

 

Ulrich Hub9-17Ulrich Hub
Das Kindertheater darf mehr vom Erwachsenentheater haben und das Theater für die Erwachsenen kann mehr vom Theater für die Kinder haben.

Kettering_2016_c_Maria Zillich_2Christina Kettering
Diversität erlebe ich eher in der soziokulturellen Projektarbeit als im Theater, und auch dort leider häufig eher als leere Behauptung.

 

Franziska vom Heede_8-17Franziska vom Heede
Diverse Perspektiven innerhalb unserer Gesellschaft können in der Fiktion nur durch das ständige Reflektieren der eigenen Perspektive vorkommen – das ist die produktivste Herausforderung.

Heckmanns(c)AndrejGlusgoldMartin Heckmanns
Je näher ich ein Wort ansehe, desto vielfältiger sieht es zurück.

Für wen macht sich Theater stark? Auf zum Autorenforum! Teil 2

Wir haben die Referentinnen und Referenten, die Autorinnen und Autoren des 29. Frankfurter Autorenforums für Kinder- und Jugendtheater um kurze knappe Statements zu den Fragestellungen der Veranstaltung gebeten.

Heute nun der erste Teil. Rebecca Hohmann und Ferdinand Klüsener nehmen Stellung zu der Frage „Für wen macht sich Theater stark?“

Rebeccahohmann  „Theater macht sich stark für diejenigen, für die das Theater und seine vielfältigen Angebote bislang in  weiter Ferne lag.“ Rebecca Hohmann

„Theater stärkt die Desubjektivierung globaler kultureller InteraktF.Klüsener_ongoing projection, und unterläuft die binären Konstrukte zwischen dem Selbst und dem Anderen.“ Ferdinand Klüsener

Lesen ist Partizipation! Wer liest kann mitdiskutieren!

Wolfgang Schneider und Anna Eitzeroth sind die Herausgeber der neuen Publikation „Partizipation als Programm“ im Transcript Verlag. Heute kam das Buch frisch aus der Druckerei.

Praxis und Theorie kommen zu Wort und diskutieren ausgehend von Projekten des Förderprogramms „Wege ins Theater“ der ASSITEJ, das im Kontext von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ umgesetzt wird, wie Partizipation gelingen kann.

Lesen Sie mit.

Diskutieren können Sie mit uns und anderen am 1. und 2. November im Künstlerhaus Mousonturm beim Fachtag „Theater als kollektive Kunst – Partizipation als Prinzip“.

www.wegeinstheater.de

 

Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein) bestätigt: „Das Kinder- und Jugendtheater hat eine große Zukunft!“

In der neuen Ausgabe von IXYPSILONZETT. Das Magazin für Kinder- und Jugendtheater macht Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, deutlich, wie wichtig das Kinder- und Jugendtheater in der  Theaterlandschaft ist.

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Im Gespräch mit dem ASSITEJ-Vorsitzenden Wolfgang Schneider, beantwortet er die Frage nach der Rolle des Kinder- und Jugendtheaters folgendermaßen:

„Das Kinder- und Jugendtheater hat viele Verdienste und eine große Zukunft. Bei aller sinnhaften Differenzierung darf man aber auch die Gemeinsamkeiten nicht vergessen. Es geht um eine Zusammenarbeit und Ergänzung von allen Theatersparten und Bereichen. In der kommenden Spielzeit werden (etwa am Theater Oberhausen) Kinder-, Jugend-, Erwachsenenstücke ineinander übergehen und sich ergänzen. Die Bereiche haben jeweils eigene Stärken und können doch voneinander profitieren.
Ansonsten gilt für das Kinder- und Jugendtheater das, was für jedes Theater gilt: Es bedarf eines kulturpolitischen Rahmens, der dem Theater hilft, seine Arbeit gut zu machen. Wenn an den Schulen der Musik- und Kunstunterricht ausfällt, es keine Berührungspunkte zwischen der Bildungs-, Jugend- und Kulturpolitik in einer Stadt gibt, kann man nicht erwarten, dass das Theater zum Erfüllungsgehilfen vollmundiger Erwartungen wird. Ein Theater allein produziert nicht auf Knopfdruck Bildung und Teilhabe und rettet auch keine Stadtteile. In einem kohärenten System allerdings, in dem Kindergärten und Schulen, Jugend-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen mit Theatern, Orchestern, Musikschulen, Bibliotheken und Museen zusammen gedacht werden, kann jede Institution ihre eigene Stärke ausspielen.“

Das ganze Gespräch ist auf den Seiten 4 bis 7 in IXYPSILONZETT 2/2017 nachzulesen.

Der Dialog mit dem Bühnenverein geht bei der Veranstaltung zu „Partizipation als Prinzip“ Anfang November weiter. Die Rolle des Kinder- und Jugendtheaters befragt die ASSITEJ detailliert mit ihrer Studie „Zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland„, die am 21. Oktober 2017 in Nürnberg vorgestellt wird und ab 23. Oktober online nachzulesen ist.

Weitere Informationen zur Studie unter http://www.assitej.de und zum Magazin unter http://www.theaterderzeit.de/archiv/ixypsilonzett/2017/10/