„We finally declare our interdependence“

Mit diesem Verweis auf Diane Ragsdale brachte Katja Spieß (FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart) die Diskussionen im Beirat Theater und Tanz des Goethe Instituts am vergangenen Montag auf den Punkt.

„Ökologie und Nachhaltigkeit“, „Kulturen der Gleichberechtigung“ und „Wie kommt das Neue in die Welt?“ sind die drei Schwerpunktthemen, die sich das Goethe-Institut für die nächsten Jahre (2019 – 2022) vorgenommen hat. Nun gilt es zu fragen, wie die einzelnen Bereiche zur Debatte rund um diese Themen beitragen können, wenn 159 Institute in aller Welt die Perspektiven ihrer Partner vor Ort in einen Austausch mit Künstler*innen aus Deutschland bringen.

Die Fülle der Themen und Aktivitäten des Goethe-Instituts werden in den Berichten des Präsidenten und des Generalsekretärs überdeutlich und der Bereich „Theater und Tanz“ in der Münchener Zentrale macht greifbar, wie die Impulse vor Ort umgesetzt werden und welche Rolle die Institute nicht nur als Partner, sondern auch als Orte, z.B. jenseits einer staatlichen Zensur, spielen.

Der Beirat gewährt den Blick in die Praxis und in aktuelle Diskussionen. Er fragt aber auch nach den Verbindungslinien zwischen den Bereichen innerhalb der Institution, fragt nach, wie er als Gremium für den Fachbereich produktiv sein kann. Und tatsächlich geht es zum Einen um die großen Themen und zum Anderen um konkrete Ideen, die von der Umgestaltung von Gremiensitzungen, über Frauenquoten und die Mittel für den Internationalen Koproduktionsfonds bis zu Kindern und Jugendlichen als Partner bei der Suche nach neuen Erzählungen für das digitale Zeitalter reichen.

Interdependenz anerkennen, Innehalten wagen, Agency ernst nehmen, Komplexität nicht aufgeben und darin dennoch Verortung ermöglichen. Das wäre ein mögliches Fazit des Tages. Deutlich wurde, dass die Darstellenden Künste für junges Publikum hier eine zentrale Rolle spielen können. Weil (und nur wenn) sie ihr Publikum ernst nehmen als junge Menschen, als gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft, die im Jetzt eine Zukunft denken und gestalten und dabei ebenfalls Antworten auf die großen Fragen suchen.

 

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Theaterkunst für die Jüngsten, künstlerischer Austausch und Fortbildung für die Künstler*innen

Das Festival „Visioni 2018“ in Bologna (Italien)

2714Das norditalienische Bologna ist gerade wieder Treffpunkt für Theatermacher*innen aus aller Welt, die sich und ihre künstlerische Arbeit dem jüngsten Publikum widmen. Dort wo seit über dreißig Jahren Theater, Kunst und Kultur für die frühe Kindheit als Menschenrecht gelebt wird, im Teatro Testoni Ragazzi und organisiert vom Team der Companie La Baracca, findet noch bis zum 4. März das Theaterfestival „Visioni 2018“ statt. Visionen für das Theater und Visionen für die Zukunft verspricht der Festivaltitel. Und man könnte sagen, mit den Zuschauerkindern aus Kinderkrippen und Kindergärten Bolognas sitzt die Zukunft, zumindest die Italiens, in jeder Vorstellung in den ersten Reihen. Weiterlesen

Wer recherchiert was, wie für wen?

Fachtag zur Recherecheorientierung im Kinder- und Jugendtheater

Ohne Recherche ist die Geschichte des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland nicht zu denken, denn die dokumentarischen Recherchen in der Lebenswelt der Kinder und die künstlerischen Recherchen für die adäquaten Formen der szenischen Darstellung prägten die Entstehung des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters vor einem halben Jahrhundert. Mit dieser Feststellung begann Ingrid Hentschel von der FH Bielefeld ihre Keynote zur Eröffnung des Fachtags von KJTZ, GRIPS-Theater und UdK am vergangenen Freitag im Podewil in Berlin Mitte.

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Die Teilnehmer*innen bei der Kartographie des Recherchetheaters auf der Bühne des GRIPS Theaters im Podewil  Weiterlesen

Die erste Leserunde ist eröffnet

Gestern haben sich im KJTZ in Frankfurt am Main die Mitglieder der Jury für den Deutschen Kindertheaterpreis 2018 und den Deutschen Jugendtheaterpreis 2018 zu ersten Mal getroffen, um sich für die weiteren vier Sitzungen im Jahr 2018 zu verabreden und selbstverständlich auch, um die eingesandten Vorschläge in ersten Augenschein zu nehmen.

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Auf dem Foto die Jurymitglieder Gerd Taube (KJTZ), Thomas Stumpp (Goethe-Institut), Viktoria Klawitter (Junges Theater Heidelberg), Christoph Macha (tja.theater.junge.generation Dresden) und Karola Marsch (THEATER AN DER PARKAUE. Junges Staatstheater Berlin) mit eingesandten Texten.

Das Lesefutter für die nächsten Wochen ist in diesem Jahr besonders umfangreich. 144 gültige Vorschläge sind eingereicht worden, das sind 45 % mehr als für die Preise vor zwei Jahren. So freuen sich die Juror*innen auf eine vielfältige Lektüre und wir sind alle gespannt auf die Entdeckungen, die wir machen werden und die wir dann mit der Veröffentlichung der Auswahllisten und der Nominierungen im Laufe des nächsten Jahres mit allen Interessierten teilen werden. Den Höhepunkt bildet die feierliche Preisverleihung am 1. November 2018 im Kaisersaal des Frankfurter Römers im Rahmen des 30. Frankfurter Autor*innenforums für Kinder- und Jugendtheater.

Doch bevor gefeiert werden kann, wird die Jury erst einmal lesen, streiten und entscheiden.

Recherchen im Zentrum: Für ein Archiv des freien Theaters!

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Henning Fülle und Christine Henninger im Projektarchiv in der Frankfurter Schützenstr. 12

Heute sind Henning Fülle und Christine Henninger zu Gast im Zentrum. Beide arbeiten im Projekt „Performing the Archive“ an der Universität Hildesheim. Vorabrecherchen und Einblicke in das Archiv des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters, der internationalen ASSITEJ und in das Projektarchiv des Zentrums sind Themen des Besuchs. Denn beide sind überzeugt: „Das freie Theater braucht ein Archiv – für angemessene Sichtbarkeit, aber auch als erweiterte Grundlage für die Anerkennung seiner eigenständigen Theaterarbeit!“

Wir nehmen den Besuch daher zum Anlass, ihren Aufruf zur Meldung von Dokumenten, Materialien, Sammlungen hier noch einmal zu veröffentlichen, denn auch das freie Theater für junges Publikum braucht Archive:  Weiterlesen

Besuch im Zentrum

Ein Dankeschön für Henning Fangauf für seine Juroren-Tätigkeit beim Karfunkel (von links: Henning Fangauf,   Dieter Bassermann, Johannes Promnitz)

Ein Dankeschön für Henning Fangauf für seine Juroren-Tätigkeit beim Karfunkel (von links: Henning Fangauf, Dieter Bassermann, Johannes Promnitz)

Wegen eines überraschenden Besuchs wurde der wöchentliche Jour fixe im KJTZ-Büro heute mittag unterbrochen: Mit den besten Grüßen des Kulturdezernenten Felix Semmelroth und einer kleinen Kiste Wein aus dem stadteigenen Weingut ausgestattet, bedankten sich Dieter Bassermann und Johannes Promnitz vom Frankfurter Kulturamt beim stellvertretenden Leiter des Zentrums Henning Fangauf für sein Engagement als Juror des Kinder- und Jugendtheaterpreises Karfunkel.

Seit 2010 wird der Karfunkel während des Theaterfestivals Starke Stücke vergeben, Henning Fangauf war von Anbeginn als Juror tätig und hat diese Aufgabe kürzlich niedergelegt. Er habe den Karfunkel „als bedeutsame städtische Auszeichnung mitgeprägt und die Sitzungen und Entscheidungsfindungen maßgeblich mitgestaltet“, heißt es im Dankesschreiben des Kulturdezernenten.