Spiel(t)räume – das 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest in Minden

Von Vera Rumpel

Stimmengewusel – immer mehr Tagungsteilnehmer*innen finden sich im E-Werk in Minden ein – Kaffeeduft liegt in der Luft, es gibt sogar meine Lieblingskekse – noch 15 Minuten bis zum Beginn der Fachtagung „Theaterspiel in der Grundschule – von Anfang an!“ – ich komme mit den ersten Tagungsteilnehmer*innen ins Gespräch – die Tagung beginnt…

Zum Auftakt ein Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Sting über kindliches Spiel und dessen Bezug zum Theaterspielen in der Grundschule: Besonders im Gedächtnis bleibt die Aufforderung, Kunst und Kinder nicht als Widerspruch à la „Ist das Kunst, oder was für Kinder?“ zu begreifen.

Dann vier Beiträge zu unterschiedlichen Herangehensweisen an das Theaterspielen in Grundschulen: Hierzu werden Beispiele aus den Bundesländern Hamburg (von Johanna Vierbaum), Mecklenburg-Vorpommern (von Jörg Hückler), Hessen (von Katja Pahn) und Baden-Württemberg (von Christian Schulz) vorgestellt. Inzwischen ist es früher Abend geworden und das 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest startet mit witzigen Shorties der eingeladenen Inszenierungen (gespielt von den Jury-Kids) und viel Konfetti.

Konfetti

Während der Tagung öffnet sich der Vorhang insgesamt 10 Mal für uns. Neben den 6 Theaterstücken, die durch die Jury im Vorfeld unter 36 Bewerbungen ausgewählt wurden, bietet uns das Rahmenprogramm des Theaterfestes weitere 4 Aufführungen, die uns über unsere Landesgrenzen hinaus blicken lassen. Es ist jeweils eine Theatergruppe aus Tschechien und China zu Gast. In der Inszenierung Clowns und andere Katastrophen von der Eine-Welt-Schule in Minden werden Sprachbarrieren via Slapsticks überwunden und das Projekt 199 kleine Helden von der Filmemacherin Sigrid Klausmann macht es möglich, Kinder aus unterschiedlichen Ländern auf ihrem Schulweg zu begleiten.

Ich bin fasziniert von den zahlreichen künstlerischen Eindrücken: das spielfreudige, kreative und abwechslungsreiche Geschehen auf den Bühnen, die Gespräche mit den Tagungsteilnehmer*innen sowie den jeweiligen Spielleiter*innen der Stücke sind unglaublich bereichernd. Ebenso die Workshops: Johanna Vierbaum (Arbeitsbereich Theater für Grundschule und Klassen 5/6 am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) leitet „Theaterarbeit mit den Kleinsten“ an. Sie schafft es auf wunderbare Weise, Übungen zur Erarbeitung von Theaterstücken mit Grundschüler*innen mit ihren eigenen Erfahrungen in diesem Bereich zu verbinden.

Luftballon

Erst im September bin ich aus dem Schauspielensemble in die Theaterpädagogik des Theater Schloss Maßbach gewechselt – ich freue mich schon sehr darauf, mit den Grundschüler*innen unserer Partnerschule loszulegen und all den Input in die Tat umzusetzen. Mit Luftballons, einem letzten Lieblingskeks und dem Gefühl, mit einem riesigen Koffer voller Ideen nach Hause zurückzukehren, mache ich mich auf den Weg – die vier Tage vergingen wie im Flug!

Vera Rumpel ist Theaterpädagogin am Theater Schloss Maßbach.
Die ASSITEJ e.V. ist Mitglied der Ständigen Konferenz „Kinder spielen Theater“.

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Musiktheater ist für mich….

Ganz verschiedene Antworten darauf geben der Komponist Markus Reyhani, die Librettistin Ingeborg von Zadow, der Regisseur Claus Overkamp, die Dramaturgin Dorothea Hartmann, der Verleger Joscha Schaback, die Regisseurin Elena Tzavara und  auch Thomas Sutter: Der Leiter des ATZE Musiktheaters und sein Team laden gemeinsam mit der ASSITEJ zum Festival SPURENSUCHE unter dem Motto „MUSIK! NEU! DENKEN!“ ein.

Am 10. Juni um 16 Uhr ist die Eröffnung: Mit dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer und anderen prominenten Expert*innen startet die Entdeckungsreise in das Musiktheater für junges Publikum in den freien Darstellenden Künsten. Die (noch geheimen) Statements zu „Musiktheater ist für mich…“ werden Impulse für Diskussionen und Anregungen für eigene Thesen aller Beteiligten sein.

Noch gibt es Tickets für die insgesamt 10 Inszenierungen. Die Anmeldung als Fachbesucher*in ermöglicht die Teilnahme an den Inszenierungsgesprächen und künstlerischen Ateliers sowie einem Barcamp für alle Interessierten. Viele Veranstaltungen im Rahmenprogramm sind kostenlos und auch für spontane Besucher*innen offen.

10. bis 14. Juni 2018 am ATZE Musiktheater in Berlin

Informationen und Anmeldung: www.atzeberlin.de/spurensuche  

Gefördert von:

Theaterkunst für die Jüngsten, künstlerischer Austausch und Fortbildung für die Künstler*innen

Das Festival „Visioni 2018“ in Bologna (Italien)

2714Das norditalienische Bologna ist gerade wieder Treffpunkt für Theatermacher*innen aus aller Welt, die sich und ihre künstlerische Arbeit dem jüngsten Publikum widmen. Dort wo seit über dreißig Jahren Theater, Kunst und Kultur für die frühe Kindheit als Menschenrecht gelebt wird, im Teatro Testoni Ragazzi und organisiert vom Team der Companie La Baracca, findet noch bis zum 4. März das Theaterfestival „Visioni 2018“ statt. Visionen für das Theater und Visionen für die Zukunft verspricht der Festivaltitel. Und man könnte sagen, mit den Zuschauerkindern aus Kinderkrippen und Kindergärten Bolognas sitzt die Zukunft, zumindest die Italiens, in jeder Vorstellung in den ersten Reihen. Weiterlesen

Nürnberg, Europa und zurück

Das Festival Panoptikum wurde gestern Abend eröffnet. Im Mittelpunkt der Eröffnungsrede von Andrea Erl stand die Frage nach der Bedeutung Europas und seinen Werten, die sie aus dem Vertrag von Lissabon zitierte. Wolfgang Schneider forderte eine Wahlkampagne für mehr Kinder- und Jugendtheater im Freistaat. Er bezog sich in seinem Grußwort auf die aktuelle Studie der ASSITEJ, die auch Oberbürgermeister Ulrich Maly und Staatssekretär Sieber interessierte. Was muss passieren, damit Kinder und Jugendliche in Nürnberg, Bayern und Europa Theater erleben können?

Zu Gast beim Festival Panoptikum ist auch der Vorstand der ASSITEJ International.

Im Festivalprogramm mit immerhin 53 Aufführungen an 10 Spielstätten präsentiert die ASSITEJ heute ihr neues IXYPSILONZETT Jahrbuch für Kinder- und Jugendtheater 2018. Wolfgang Schneider diskutiert im Gespräch mit Andrea Erl (Theater Mummpitz) und Jürgen Decke (Theater Pfütze) Strukturen für Theaterkunst.

Jetzt beginnen die wilden Jahre

Scannen 2017-10-15 0003Pulk Fiktion feierte seinen zehnten Geburtstag und viele Freunde und Wegbegleiter kamen als Gratulanten am Freitag, 13. Oktober 2017, ins Freie Werkstatttheater in Köln. Das Foyer des neuen Heimathafens von Pulk Fiktion wirkte schon wie ein Wohnzimmer, in dem stolz Familienfotos und Theatertrophäen, wie die Urkunden des Festivals „Augenblick mal!“  präsentiert werden. Gerhard Seidel, einer der Theaterleiter*innen des FWT prophezeite in seiner Gratulationsrede, dass mit dem zehnten Geburtstag nun die wilden Jahre von Pulk Fiktion beginnen würden. Und mit der Premiere einer wild-performativen Adaption der Bildergeschichte von Max und Moritz konnten die Geburtstagsgäste schon einen Vorgeschmack davon bekommen.

Einen überaus sympathischen und bewegenden Geburtstagsgruß haben dann an diesem Abend noch die Theatereltern von Pulk Fiktion, Tina Jücker und Claus Overcamp vom Bonner Theater Marabu präsentiert, bei dem es auch viel zu Lachen gab.

Hier der Wortlaut, freundlicherweise von den beiden Gratulanten für KJTZ – Das Blog zur Verfügung gestellt: Weiterlesen

Nachbarschaftlich. Divers. Gemeinsam

ASSITEJ- Werkstatt auf dem Wildwechsel Festival 2017 in Dresden

Karen Giese vom Theater Strahl Berlin berichtet

Am Samstag 23.9. trafen wir uns – ca. 30 Theatermacher_innen aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien, um uns nachbarschaftlich, divers und gemeinsam miteinander auszutauschen.

Nach einer Vorstellungsrunden erhielten wir von den Moderator_innen Christoph Macha und Franziska-Theresa Schütz eine Einführung zu den Ergebnissen der von der ASSITEJ in Auftrag gegebenen Studie zur Lage des Kinder- Jugendtheater in Deutschland (offiziell veröffentlicht wird sie am 21.10. auf dem licht.blicke Festival in Nürnberg). Weiterlesen

Festival Wildwechsel in Bildern

Sara Engelmann, Mitglied der Auswahlkommission von „Wildwechsel“, hat die kurzen Texte für diesen Blog geschrieben und die Fotos gemacht: „Alles wird eifrig gewechselt: Orte und Worte, Gedanken, Fragen, Programmpunkte, Bühnen. Im und um das Kraftwerk Mitte sind alle in Bewegung. Spürbare Energie – das ehemalige Heizkraftwerk als idealer Ort für das Wildwechsel Festival!“

Energie

 

Ein Inszenierungsgespräch, geleitet von der „Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft“

Inszenierungsgespräch

 

 

 

 

 

 

Kinderjury und Preisverleihung
Schnappschüsse und Tanz mit dem Publikum.

Der Preis der Fachjury (Anne Fritsch – freischaffende Journalistin für Deutsche Bühne, Junge Bühne, Süddeutsche Zeitung; Anja Klöck – Professsorin für Schauspiel and der HS für Musik und Theater „Felix Mendelsohn Bartholdy in Leipzig und Iwona Nowacka –  Performerin, Kuratorin und Übersetzerin sowie der Preis der Kinderjury  gingen an das:

Thalia Theater Halle
Mein ziemlich seltsamer Freund Walter
von Sibylle Berg
Regie: Katharina Brankatschk

Die Jugendjury vergab ihren Preis an:

Die Theater Chemnitz
Beate Uwe Uwe Selfie Klick (UA)
von Laura Linnenbaum
mit Texten von Gerlind Steinbuch und dokumentarischem Material
Regie: Laura Linnenbaum

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