Wer ist wir? Die „Spurensuche“ 2022

Die Spurensuche ist das Arbeitstreffen der freien Kinder- und Jugendtheater in Deutschland. Auf der Webseite der ASSITEJ findet ihr Basisinformationen zum Projekt. Hier auf dem Blog wollen wir darüber hinaus ausführlichere Informationen veröffentlichen und unsere Prozesse transparent machen. Ihr erfahrt hier bald mehr über das geplante Programm 2022, über die Hintergründe und Fragen, die wir uns stellen.

Wer ist „wir“? Das Konzeptionsteam

Wir sind eine Gruppe von Theatermacher*innen, die sich der Neukonzeption der Spurensuche angenommen hat. Über unterschiedliche Projekte und Kontexte sind wir mit der (freien) Kinder- und Jugendtheaterszene in Deutschland, mit der ASSITEJ und mit der Spurensuche verbunden. Wir kennen uns teilweise untereinander, manche besser, manche weniger, manche gar nicht. Wir sind eine gehörlose und fünf hörende Personen. Es ist das erste Mal, dass wir in dieser Konstellation zusammenarbeiten.

Wir sind dabei, uns und die Spurensuche kennenzulernen. Manche von uns sind mit der Spurensuche seit Jahren vertraut, andere gar nicht. Manche haben auf ihr gespielt, an Gesprächen und Austausch teilgenommen, haben sie künstlerisch betreut und geleitet. Andere haben sie erst über den digitalen Relaunch 2020 kennengelernt.

Wir markieren uns hiermit selbst als überwiegend weiß und mehrfach privilegiert – die meisten von sind able bodied. Dieser Positionierung sind wir uns bewusst und es ist unser wichtigstes Anliegen, reflektiert und selbstkritisch damit umzugehen. Wir wollen Entscheidungsmacht abgeben, weitere Stimmen einladen und eine solidarische Praxis entwickeln. Denn was uns verbindet, ist der Wunsch nach Veränderung. Wir wollen Veränderungsprozesse anstoßen, die Zugänge schaffen und Diversität im Theater ermöglichen.

Wir (er)leben eine Gesellschaft im Wandel und wollen als Theatermacher*innen für junges Publikum sowohl auf als auch hinter und vor der Bühne darauf reagieren. Wir wollen unsere eigenen Privilegien nutzen, um jenen eine Plattform und Raum zu bieten, die von Diskriminierung betroffen sind. Wir wollen eine Spurensuche der Zukunft entwickeln, die intersektionale Perspektiven ermöglicht und geschützte Räume für Diversität bietet.

Wir hoffen, dass es ein Konzept für die Zukunft ist, das Früchte trägt. Vielleicht als ein Zwischenschritt auf dem Weg zu langfristig strukturell verankerter Diversität. Vielleicht ist es ein Anfang. Vielleicht werden wir damit komplett scheitern. Mit Sicherheit werden wir nicht alles abdecken und erfüllen können.

Wir verstehen die Neukonzeption als einen Versuch, bei dem wir unsere Prozesse transparent machen und zur Diskussion stellen wollen. Wir sind uns bewusst, dass wir Fehler machen werden. Wir schließen nicht aus, auch bis zu diesem Zeitpunkt bereits Fehler begangen zu haben. Wir möchten diese Fehler sichtbar und nachvollziehbar machen und aus ihnen lernen. Wir freuen uns, auf sie aufmerksam gemacht zu werden, denn oft sind wir uns der Fehler nicht bewusst. Vielleicht müssen wir auch untersuchen, was genau ein Fehler ist und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt. Wir möchten ein Angebot entwickeln und mit euch darüber ins Gespräch kommen. Denn wir glauben, dass nur in Gesprächen und Austausch ein Miteinander entstehen kann.

Wir sind Hannah Biedermann, Thilo Grawe, Petra Jeroma, Vincent Kresse, Kassandra Wedel und Lisa Zehetner.

Gemeinsam mit der ASSITEJ und dem PATHOS Theater München planen wir die Spurensuche 2022 und führen sie vom 19. bis 22. Juni 2022 in München durch. Wir haben einen hohen Anspruch und sehen schon jetzt – wir scheitern. Und das ist gut so! Es braucht viel harte Arbeit, viele verschiedene Köpfe und den Mut, Dinge nicht mehr zu tun, um zukunftsfähig zu sein.

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