Ist drin, was draufsteht? Vorverkaufsstart von „Augenblick mal!“

Kurze Reise in die Konzeption von AUGENBLICK MAL!
von Nikola Schellmann


Habt Ihr Euch auch schon gefragt, warum Ihr auf der Festival-Website mit einem Milkshake-Becher begrüßt werdet? Hallooo, liebes Team – Plastik, Umwelt!?!

Wir haben uns im Laufe der letzten 1,5 Jahre damit beschäftigt, wie wir eigentlich auf 30 Jahre Festival zurückblicken wollen (freut Euch schonmal auf die Ausstellung zu 30 Jahren AUGENBLICK MAL!):
Und dabei haben wir uns aber mindestens genauso sehr gefragt: Was war denn 30 Jahre lang drin in so einem Festival, woraus besteht es in diesem Jahr und was sollen überhaupt in Zukunft seine Zutaten und Inhaltsstoffe sein? Wie können wir also nachdenken über die Produktion eines solchen Festivals? Und zugleich sprechen über die eingeladenen Produktionen?

Falls Ihr jetzt schon fast den Faden verliert (Worüber schreibt sie hier eigentlich?): Es geht genau um sowas, um den Faden, der sich durchzieht: unser Motto wurde über+produktion. Dafür haben wir ein Bild gesucht, das zugleich Behältnis und Container ist und Fragen nach Produktionsbedingungen und Material aufwirft. Das auch noch künstlich produziert und vielleicht sogar ein bisschen provokant ist. Das im analogen Festival vor Ort in Berlin hätte umfunktioniert werden können… Naja. Alles anders. Ihr wisst, warum. Aber die Milchtüten- und Sprühflaschen-Motive blieben (schaut mal auf unsere SocialMedia-Profile).

über+produktion ist nicht zuletzt in dieser Pandemiezeit so wichtig wie selten: was bedeutet die Umstellung aufs Digitale für die Herstellung eines Festivals und für die zentralen Inhaltsstoffe von AUGENBLICK MAL!? Für die Gastspiele, viiiele Zuschauer*innen, sechs Tage, fünf Kurator*innen, verschiedene Spielorte?

Die Produktionsfaktoren, die all das am Laufen halten, die sowohl Festival als auch Plastikbecher produzieren, wurden für uns schnell klar: Menschen, Geld, Raum, Zeit und Energie.

  • Welche und wieviele Menschen sind eigentlich bei AUGENBLICK MAL! so beteiligt? Wer schaut zu? Wer (warum) nicht?
  • Was kostet das alles? Was hat es vor 30 Jahren gekostet? Wie teuer ist so eine Gastspielproduktion? Wie teuer ist ein Ticket?
  • Wo muss ich hin? Wie habe ich Zugang? Wo sind denn nun diese ominösen digitalen Räume?
  • Wie lange dauert das Festival? Wie lange dauert eine Aufführung? Wieviel Zeit habe und nehme ich mir für den Festivalbesuch?
  • Wie lang gestalte ich meinen Festivaltag? Wieviel Kraft habe ich für wie viele Aufführungsbesuche? Woher kam der Strom im Probenraum, in dem das Gastspiel erarbeitet wurde? Wieviel Kalorien hat das Mittagessen in der dortigen Kantine? Wieviel CO2 wird grad eigentlich gespart, weil kaum jemand nach Berlin reist?

Diese Faktoren werden Euch im Festival immer wieder begegnen – denn auch Ihr seid wesentliche Bestandteile von AUGENBLICK MAL! Die Frage ist also weniger: Was steht drauf, was wird angeboten? Sondern: Mit welchen Ressourcen wird so ein Festival gemacht?
Können WIR das überhaupt erklären, wenn jede*r von Euch deren Gewichtung selbst vornimmt? Die Einen haben mehr Geld, die Anderen mehr Zeit, die Dritten total viel Energie (und Räume sind eh immer so ‘ne Sache).
Und daraus ergibt sich Euer jeweils ganz eigenes Festival, da können wir hier noch so viel schwatzen von Programm / Rahmenprogramm / Schaut Euch das hier an / Macht hier mit / Loggt Euch dort ein.

Jede*r von Euch ist wesentlicher Teil, wesentliche*r Mitproduzent*in dieser ganzen großen Festival-Produktion: mit Euren ganz eigenen Ressourcen, Perspektiven, Sichtweisen, Erwartungen und Erfahrungen (einige von Euch waren vor 30 Jahren schon dabei!).
über+produktion betrifft EUCH. Auch und erst recht in Zukunft. Wir freuen uns, wenn Ihr Eure wiederverwendbaren Kaffeebecher an die Monitore mitbringt, wenn Ihr 30 Jahre, dieses besondere Festival und alle Beteiligten feiert – und über Gastspielproduktionen, Produktionsbedingungen und über+produktion ins Gespräch kommt:
Tickets und Spielplan gibt’s >>> hier.


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