„Nah dran!“: vier Projekte zur Förderung ausgewählt

171017_LITFONDScd_logo_blauGemeinsam mit dem Deutschen Literaturfonds vergibt das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland jährlich Stipendien zur Entwicklung neuer Stücke für das Kindertheater. Das Programm Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater zeichnet sich durch die programmatische Zusammenarbeit der Autor*innen mit Theatern und Regisseur*innen aus und kann – seit 2009 – auf eine erfolgreiche Geschichte der Autor*innenförderung zurückblicken.

30 Projektbewerbungen lagen der Jury in diesem Jahr vor. Aufgrund der aktuellen Situation an den Theatern durch die Corona-Pandemie war der Bewerbungsschluss auf den 15. Mai 2020 verlängert worden. Am 18. Juni tagte die Jury.
Folgende vier Autor*innen erhalten eine Förderung von jeweils 6500 Euro für ihre Stückentwicklung, weitere 1000 Euro erhalten die Partnertheater, die die Stücke zur Uraufführung bringen:

Carsten Brandau
Wie ich über meinen Schatten stolperte und wieder aufstand
(AT)
in Kooperation mit dem Theater Lüneburg, Junge Bühne T.3

Eine Figur tritt auf die Bühne. Allein. Einsam? Aber da ist ja noch ihr Schatten, der sich mehr und mehr selbständig macht, seine eigene Sprache und Körperlichkeit entwickelt. Figur und Schatten kommen ins Gespräch: wer bist Du, wer bin ich? Kann ich über meinen Schatten springen und wo ist der Schatten, wenn nachts das Licht ausgeht?

Ein Stück über die Frage nach Alleinsein oder Einsamkeit und über eine Gesellschaft, die verlernt hat, zu sich selbst zu kommen. Ein Stück, für Kinder ab 6, in der die Sprache den Rhythmus des Spiels vorgibt.
Regie: Sabine Bahnsen

Sergej Gößner
Der fabelhafte Die
in Kooperation mit dem Theater Konstanz

Ein alter Zirkuswagen rollt ins Bühnenlicht. Er knarzt, surrt und klimpert – eine Gestalt taucht auf. Sie springt und tanzt, hinkt und schwebt. Sie ist Mann, Frau, sie ist er, er ist sie, es ist „Der fabelhafte Die“. Dominique, Florenz, Dominik und Florence, die Schausteller*innen-Truppe, erzählen dem Publikum ab 8 diverse Geschichten und sie alle müssen sich redlich mühen, perfekte Illusionen und gute Darbietungen zu erschaffen.

Ein Stück Revue und Jahrmarkt – in der die Transgender-Diskussion auch vorkommen wird.
Regie: Kristo Šagor

Ossian Hain und Arthur Romanowski
Die Katze auf der Matte im Weltraum
in Kooperation mit der jugendtheaterwerkstatt spandau

Der Titel des Stückes steht als Beispielsatz aus der Sprachphilosophie, der für alles oder nichts stehen kann. Im Untertitel heißt es: „oder wie man mit den Wörtern Dinge tut! – Ein Fadenschauspiel für alle ab 8 Jahren“. In diesem Stück philosophischen Denkens mit Kindern sitzt die Katze auf der Matte. Soviel ist zunächst einmal klar. Alles andere wird sich ergeben, in diesem Fadenspiel, das von Hand zu Hand weitergereicht und perfektioniert wird. Das Autorengespann wird mit Kindern als ihren Ko-Philosophen in einen Wettstreit über die Bedeutung ihres Textes treten und ihn neu entwerfen.
Regie: Carlos Manuel

Karen Köhler
Himmelwärts (AT)
in Kooperation mit dem Jungen Theater Ingolstadt

Zwei Mädchen basteln sich ein „Kosmisches Radio“. Sie wollen Kontakt zur verstorbenen Mutter aufnehmen, die jetzt ja „im Himmel wohnt“ und erhalten unerwartet Antwort von einer Astronautin aus der Raumstation ISS. Chris verspricht, Ausschau nach der Mutter zu halten und eröffnet mit den Mädchen einen Dialog über Alltäglichkeiten im Weltall und die Unendlichkeit des Universums.

Ein galaktisches Stück, nicht nur für Mädchen ab 8, die sich den Weltraum aneignen wollen, der immer noch stark mit männlicher Expertise in Verbindung gebracht wird.
Regie: Mia Constantine

Der Jury gehörten an: Katrin Maiwald (Staatstheater Mainz), Henning Fangauf (Kinder- und Jugendtheaterzentrum) und Prof. Dr. Gunther Nickel (Deutscher Literaturfonds). Die neuen Stücke werden in der Spielzeit 2021/22 uraufgeführt.


BKM_Web_de

Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater ist ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V. und wird mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

2 Kommentare

    • „Nah dran“ is a work-in-progress project: the plays will be created in cooperation with the respective theatre and director and thus are not to be found anywhere yet. Its premiere is planned in the 2021/22 season.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s