Mülheim nah dran: Auftragswerke sind im Plus

von Henning Fangauf


Screenshot_20200211-144755_InstagramIch bin nicht dabei. Ich kenne nicht die Diskussionen und die Argumente. Aber ich kann die Ergebnisse lesen. Die Ergebnisse des Auswahlgremiums der Mülheimer KinderStücke. Oliver Bukowski, Thomas Irmer und Werner Mink haben sich entschieden. Sie haben ihre Stücklektüre und Sichtung nun auf den Punkt gebracht. Auf der Pressekonferenz am 11. Februar haben sie das Rennen um den Mülheimer KinderStückePreis 2020 eröffnet. Fünf neue Kinderstücke bewerben sich ab sofort um die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Ihre Auswahl macht deutlich: Qualität entsteht durch Auftrag! Alle fünf geladenen Stücke – auserwählt aus 30 Bewerbungen – sind Auftragswerke. Dramatik schreibt sich leichter, wenn sie weiß, wohin die Reise geht. Inszenierungen gelingen besser, wenn sie im Austausch mit den Autor*innen entstehen. Kunst braucht ein Ziel. Auftragswerke sind im Plus.

Dass von den fünf ausgewählten Stücken drei aus dem Förderprogramm Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater stammen, erfreut uns und unsere Projektpartner, den Deutschen Literaturfonds, erneut. Denn so ist es Jahr für Jahr: die durch das Programm Nah dran! entstandenen Stücke gehören stets zu den „Top 5“ der aktuellen Dramatik für das Kindertheater in Deutschland. Das soll nicht nach Eigenlob klingen, sondern die Erkenntnis befördern, dass Stückeförderung unerlässlich ist. Durch sie entsteht Qualität. Denn eine gute Förderung gibt den Autor*innen eine angemessene finanzielle Entlohnung, gibt ihnen Zeit und Ruhe für die Schreibprozesse, bringt sie in den notwendigen Dialog mit den Theatern.

Es könnte auch ganz anders sein: die Theater stellen in ihren Etats eine Haushaltsstelle für Auftragswerke ein und sind bereit, höhere Urheberabgaben zu zahlen, sie schaffen eine Stelle für Hausautor*innen, die dort in Ruhe Stücke und Projekte entwickeln und schreiben können, und die Theater leisten sich den „Luxus“, auch mal ein Scheitern zu akzeptieren.

Das geht nicht, das ist Zukunftsmusik? Dann braucht Qualität weiterhin ihre angemessene Förderung! Mülheim nah dran!

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