Wie war eigentlich… die Werkstatt „Transfer“ für Übersetzer*innen? Teil 2 von 5: Barbara Neeb

Ein Wochenende voller… Zwiebeln in Hülle und Fülle? Fetischhunde? Superheldinnen? Papageien und Justizminister? Dämonen und gezählter Kühe? Das gibt’s nur bei der Werkstatt Transfer Kinder- und Jugendtheater in Übersetzung. Das KJTZ veranstaltete vom 21. bis 25. März zum vierten Mal die Übersetzer*innenwerkstatt im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals für junges Publikum Rhein-Main Starke Stücke, in Zusammenarbeit mit der KulturRegion FrankfurtRheinMain und mit Unterstützung durch den Deutschen Übersetzerfonds.

Hier bloggen in den kommenden Wochen die diesjährigen Teilnehmer*innen der Werkstatt Wolfgang Barth, Friederike von Criegern, Zuzana Finger, Barbara Neeb und Gundula Schiffer über ihre Eindrücke der Werkstatt und ihre übersetzten (Theater-)Texte und Projekte.


von Barbara Neeb

Prolog (innerer Monolog)

Willst du dich bewerben oder nicht? Das wolltest du doch schon schon immer, Theater… Und du machst ja auch viel Kinder- und Jugendliteratur… Aber du hast ja gar kein Stück… Andererseits – hast du nicht jede Menge gesprochene Jugendsprache? Gerade bei deinen Büchern zu der TV-Action-Zeichentrick-Serie?!?… Kannst bestimmt viel lernen dabei… Dann mach’s doch einfach… Mal sehen…

Intermezzo

Hurra, die wollen mich!!! Und es sind bloß fünf Teilnehmer*innen! Wird bestimmt megaintensiv… Cool, Spanisch – und noch was aus dem Französischen. Ach herrjeh, was ist aber das hier für eine Sprache? Und wie rum muss man dieses hier lesen – etwa von hinten nach vorn?!?

Erster Akt

Es geht los. Aufregend, was die anderen schon alles gemacht haben. Und so viele unterschiedliche Projekte und Hintergründe – die Erwartungen steigen. Erfahrungen aus dem Schulbetrieb, Dichterinnenalltag, oh mein Respekt, jemand, der Ungarisch kann, und dann noch eine Übersetzerwerkstatt mit Jugendlichen – mal sehen, ob die anderen Vier mit meinen Kindersuperheldinnen was anfangen können. Zu Beginn erstmal ein Vortrag zum Kinder- und Jugendtheater – geht ja schon interessant los.

Au fein, jetzt gibt es Theater. Bei dem tollen Wetter ist ein Spaziergang genau das Richtige. Aber das ist das denn? Ein Bus?? Rimini in Frankfurt oder so. Irre Sache!

Zweiter Akt – Französischer Tag und Abend

Paris-Dakar mal rückwärts und: wie afrikanisch ist Deutschland? Was ist ein Nkondi-Hund und warum braucht der Nägel? Spannend!! Und wieviel Fußnoten braucht ein Text?

Ui – da hat jemand lecker Brötchen besorgt! Wie schön, können wir gleich weiter quatschen…

Oh Gott – jetzt bin ich dran! Gut, die wollen was von mir wissen – Informieren ist mein Ding und so stehe ich erst mal Rede und Antwort zu Kinder- und Jugendliteratur im Allgemeinen, zu der Serie zur TV-Serie im Besonderen und dann geht’s noch en détail an ein paar Textstellen. Muss ich mir merken, die Lösungen.

Auf zur AI – ist das noch Theater? Siri und Co lassen grüßen – Roboterballett…??? …Da kommt mir meine amerikanische Freundin vom Schüleraustausch in den Sinn: „It’s different.“ Nach der etwas mühsamen Diskussion – es war eine SEHR lange journée, je comprends seulement Bahnhof – aber dann laden uns die Franzosen noch ein – es gibt lecker Quiches. Merci und à votre und notre santé!

Dritter Akt – Albanisches, Praktisches und Spanisches – aber nicht aus Spanien!

Groteskes aus dem Albanischen, aber bei dem, was wir über das Land erfahren, wohl kein Wunder. Hm, wie kriegt man das alles in dem Stück unter? Kriegt man das unter?? Überfordern wir damit die lieben Kleinen??? Das lässt sich in zweieinhalb intensiven Stunden gar nicht lösen.

Auf zum Erzeugermarkt an der Konstablerwache – Nervennahrung ist angesagt!
Dann Berufspraktisches – tolle Infos von Barbara, über den Alltag an sich und Honorare dagegen – ein Trauerspiel! Will ich das wirklich?? Aber ich lecke trotzdem immer mehr Blut…

Huch – echte Kinder! Die wollen ins Theater und wir zusammen mit ihnen. Praktisch, wenn die Bühne gleich nebenan ist. Und wir lernen mit den Kindern was vom Juckreiz, der einmal einen Bären hatte, und dass wir alle WUNDERSCHÖN sind!!
War ja auch nötig, so ’ne Prise geteilte Freude. Gleich wird’s wieder ernst – Chile, Mexiko, Diktatur, Eltern, die zum Arbeiten verschwinden müssen … Aber wie cool – ein Text ist von Jugendlichen übersetzt. Also noch ’ne Erfahrung – denen kann man ruhig was zutrauen.

PARTY! Schon wieder lecker Buffet und ein Bär, der tanzt! Was für ein schöner Abend!! Müde bin ich, ab ins Bett…

Vierter Akt – Reim mit Knobi, Zwiwwel und Konsorten

Hmm, kann nix lesen, kann nix verstehen – wird das dann wohl gut ausgehen? Lieben Kinder auch mal Verse? Rechnet sich das für die Börse? Israel ist Bibelland, Zitate sind hier unbekannt. Was für ein Projekt – Respekt!!

Dann kommen Menschen aus der Praxis zu uns – der arme Lektor, wir streiten für Honorare und Vorschuss und Bewusstseinbildung. Hmm, ob nicht nur wir, sondern auch die andere Seite was gelernt hat? Aber großartig, so ein Austausch. Das macht den Workshop zu einer wirklich besonderen Erfahrung. Wie auch der nächste Theaterbesuch – wieder echte Kinder – und Hocus Pocus? Wie haben die das bloß gemacht? Aber hat es den Kindern auch gefallen? Aufregend war es für sie bestimmt, auch wenn es angeblich GAAAR nicht gruselig war. Aber warum haben die dann so rote Bäckchen?

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Abschlussdiskussion „Transfer – Übersetzen im Theater für junges Publikum“ am Sonntag, 24. März

Hui – soo schnell kann die Zeit vergehen. Jetzt ist der Workshop schon vorbei. Als letztes sind wir dann selbst auf der Bühne und stellen wir uns Fragen, berichten vom Workshop und haben schon wieder Leute aus der Praxis vor uns. Vielleicht kann man sich ja mal vernetzwerken…

Und dann noch Tanztheater. Viel Gewummer im Bauch – und jetzt alle – JUMPJUMPJUMP!!!

Och, schon vorbei, aber alle irgendwie k.o.
Jetzt erst mal sacken lassen – so viel Neues, Interessantes, Spannendes …

Epilog

Mein Dank an die Runde – was für eine intensive Erfahrung! Mein Dank an die Leitung und Orga – wunderbar versorgt! Und an alles gedacht! Was für ein großartiger Mix aus Praxis und Theorie! Mein Dank an den DÜF – unbezahlbar!

 

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