Studie schwarz auf weiß. Und nun? – Das 2. Landesforum der Kinder- und Jugendtheater in Berlin

von Gerd Taube


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Foto: Sophron

23. Januar 2019: Auf der Bühne des GRIPS Theaters im Theatersaal des Podewil Berlin werden der Bühnenaufbau und die Instrumente der Fabelhaften Millibillis von einer großen Leinwand verdeckt. Wo gerade noch freche GRIPS-Lieder das Kinderpublikum begeisterten, werden jetzt am Nachmittag zentrale Ergebnisse der Studie zur Evaluation des Kinder- und Jugendtheaters in Berlin und Schlussfolgerungen daraus präsentiert. Über 60 Akteur*innen aus der Berliner Szene des Kinder- und Jugendtheaters, Künstler*innen, Theaterpädagog*innen und Theaterleiter*innen sowie Vertreter*innen der Berliner Senatsverwaltung und des Abgeordnetenhauses sind zum 2. Landesforum der Kinder- und Jugendtheater in Berlin gekommen, das vom KJTZ in Kooperation mit dem GRIPS Theater, dem Podewil Berlin und der Kulturprojekte Berlin GmbH veranstaltet wurde. Das Interesse der Anwesenden an den Erkenntnissen aus der Evaluation und ihre Erwartungen, dass sich nun etwas verbessern muss an ihrer Situation, sind hoch.

In ihrer Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode 2016-2021 haben SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen in Berlin das kulturpolitische Ziel formuliert, die professionellen Kinder- und Jugendtheater in Berlin durch Erhöhung der Fördermittel zu stärken, um damit eine Verbesserung der Angebote für alle Berliner*innen mit ihren vielfältigen Ansprüchen zu erreichen und Teilhabegerechtigkeit überall in der Stadt zu ermöglichen. Daneben verbinden die Koalitionsparteien mit ihren Anstrengungen zur Stärkung der Kinder- und Jugendtheater auch das förderpolitische Ziel, eine finanzielle Unterstützung zu leisten, die auskömmliche Bezahlung und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ermöglicht.

Zur politischen Umsetzung dieser Ziele haben die Regierungsparteien vereinbart, dass zunächst die bestehenden Angebote zu evaluieren und Defizite zu identifizieren sind, um daraus Schlussfolgerungen für die Politik abzuleiten. Seit Anfang 2018 hat das Kinder- und Jugendtheaterzentrum im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein Konzept für die Evaluation und Vorschläge für die Umsetzung erarbeitet sowie die Durchführung koordiniert und federführend begleitet. Wir konnten mit Prof. Dr. Dieter Haselbach vom Zentrum für Kulturforschung (ZfKf), Berlin, und Dr. Yvonne Pröbstle von der Agentur Kulturgold, Stuttgart, erfahrene Partner*innen für die Untersuchung gewinnen. Das Berliner ZfKf hat die quantitative Bestandsaufnahme durchgeführt und die Agentur Kulturgold war mit der qualitativen Befragung betraut.

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Foto: Sophron

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung, die den Teilnehmer*innen des 2. Landesforums von den beiden Wissenschaftler*innen vorgestellt wurden, bestätigen und untermauern die Beschreibungen der unterschiedlichen Bedarfe in der strukturell äußerst heterogenen Landschaft des Kinder- und Jugendtheaters in Berlin, die bereits im Mai 2018 beim ersten Landesforum als Ausgangspunkte für die Evaluation formuliert wurden.

Es scheint, als wären alle nun „so klug als wie zuvor“. Und auch wenn man die Ergebnisse schwarz auf weiß besitzt und so getrost nach Hause tragen kann, ist mit der in Kürze als Publikation vorliegenden Studie nur ein weiterer Schritt zur Entwicklung von Berlin als Hauptstadt des Kinder- und Jugendtheaters gemacht. Und weitere müssen noch folgen.

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Foto: Sophron

Als nächstes werden sich die Vertreter*innen der Berliner Kinder- und Jugendtheater, die sich im AK Berliner Kinder- und Jugendtheater, dem Runden Tisch Kinder- und Jugendtheater beim LAFT Berlin und der IG Puppe beim LAFT Berlin zusammengeschlossen haben, gemeinsam mit den detaillierten Ergebnissen der Studie auseinandersetzen und daraufhin die Forderungen aus dem Positionspapier 2017 des AK Berliner Kinder- und Jugendtheater in einen konkreten Maßnahmenkatalog zu übersetzen, mit dem politisch weitergearbeitet werden kann.

Das Kinder- und Jugendtheaterzentrum wird diesen Prozess weiter aufmerksam beobachten und steht für weitere Unterstützung bereit.

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