dg: starter – Auf zum Autorenforum! Teil 3

Wir haben Laura und Friederike, unsere beiden dg:starter Stipendiatinnen, gebeten, ihre Gedanken zum Autorenforum, an dem sie erstmals teilnehmen werden, für KJTZ – Das Blog aufzuschreiben. Hier gibt’s die interessanten Einsichten zu lesen:

Auf dem Weg zum Frankfurter Autorenforum von Laura Matthes

Das 29. Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater steht vor der Tür und es hat sich viel vorgenommen: es geht um die Frage nach der Zukunft des Theaters in Zeiten gesellschaftspolitischer  Herausforderungen. Umso mehr freue ich mich über die Chance, die vielfältigen Programmformate – von Aufführungen über Lesungen und Diskussionen – besuchen zu können und so für meine eigene Arbeit eine Menge neuer Eindrücke, Positionen und Begegnungen zu sammeln . Und natürlich bin ich gespannt auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit den Nachwuchsautor*innen und Dramaturg*innen im Denkraum der dg:starter. Das Theater ist der Raum, in dem gesellschaftliche Gegenentwürfe behauptet werden können, in dem sie zumindest für die Zeit der Aufführung auch möglich sind – das ist das  ästhetische Experiment des Theaters. Das Potential, Jetzt-Zeit zu beobachten, zu analysieren, und in sinnlich-ästhetischer Form zu be- und verhandeln. Darum ist das Theater heute und in Zukunft gefragt, Diskurse zu stiften und weiter (neue) Erzähl- und Spielformen mit einer politischen Haltung zu suchen und zu entwickeln. Ich blicke also gespannt auf drei intensive Tage, an denen wir uns gemeinsam dieser Aufgabe stellen.

Auf dem Weg zum Frankfurter Autorenforum von Friederike Kemmether

Für wen macht sich Theater stark? Macht sich Theater stark? Ja, natürlich; und ziemlich für alles und jeden – wenn es das so will. Als Medium ist es auch Instrument, fast beliebig. (Oder bringt es qua natura Resistenzkräfte gegen bestimmte Wirkungszusammenhänge mit?) So stellt sich die Frage: Wofür machen wir (uns mit) Theater stark? – Wie kommen wir überhaupt darauf? Wir müssen von seiner „Gut-heit“ sehr überzeugt sein. Jede Religion hat sich damit auseinanderzusetzen: Ist ihre Mission – d.h. das In-Kontakt-Bringen mit der eigenen Sache, womöglich dafür zu begeistern, darin sogar aktiv zu werden – überhebliche Anmaßung? Oder wäre es absurd, so nicht zu handeln? (Dem Theater fällt diese Initiative offenbar leichter.) Wie weit reichen unsere Überzeugungen? Wie weit gehen wir, was können wir verantworten? Darf Theater bestimmte Werte vermitteln? Sind „Haltungen“ unverfänglicher? Als was präsentieren wir Theater, wie leben wir es vor Jugendlichen? Wie leben wir es mit ihnen? Können wir verantworten, dass sich Diversität zwar im Ausdrucksarsenal, nicht aber im konkreten Betrieb (zutreffend) abbildet? Wieviel Totalitarismus versteckt sich in einem System, das von Leidenschafts-Bereitschaft lebt? Haben wir auch/noch „den anderen Blick“? Dieses System erscheint gnadenlos. Wie gut sind seine Auffangstrategien ausgebildet? Hat Theater eine Moral? Macht es sich für jemanden stark? Theater ist ein Instrument … (s.o.)

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