„Noah, Niemand und die Gelbbauchkormorane“- Ein neues Stück aus der ‚Nah dran!‘ Förderung hatte Premiere in Bonn

Gestern abend, am Fr., 3. März fand im Bonner Theater Marabu die Uraufführung des Kinderstückes „Noah, Niemand und der Gelbauchkormoran“ von Lothar Kittstein statt. Das Stück, noah-plakat-web-4für Kinder ab 7, entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Autor und Theater und wurde durch die Förderung unseres ‚Nah dran!‘ Projektes ermöglicht. Vor über einem Jahr hatte das Team mit den Recherchen begonnen und Bonner Grund- und Gesamtschüler in das Projekt einbezogen. Das mythologische Bild der Arche diente hier als Sinnbild für Flucht und Vertreibung. Was heißt es die Heimat zu verlassen, was nimmt man mit, was fehlt einem? Kuscheltiere, immer wieder nannten die Kinder den Verlust ihres Kuscheltieres als besonders schmerzhaft. Und so folgerte die Inszenierung (Konzeption und Regie: Tina Jücker und Claus Overkamp) und überraschte das Publikum mit einer großen Ansammlung von Kuscheltieren, die beim Einlass schon erwartungsfroh auf den Zuschauerplätzen saßen.

Das Stück kann von zwei Schauspielern gespielt werden, die wechselnd die zwei Handlungsstränge bedienen. Zum einen der Konflikt zwischen Kapitän Noah mit einem Blinden Passagier, der den Namen „Niemand“ erhält und zum Schluss, nach einer Rettungstat, zu einem „Jemand“ wird. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden trägt viele Anklänge an unsere teils aggressive, teils ratlose Diskussionen in der Flüchtlingsdebatte. Im parallel verlaufenden Handlungsstrang erleben wir zwei Phantasievögel – zwei komische Gestalten – die sich als Gelbbauchkormorane ausgegeben und somit die Aufnahme an Bord erschwindelt haben. Ihr Spiel und ihre Dialoge eröffnen wunderbar die Fragen nach Freundschaft und Solidarität.

Regie und Spiel (Jaschar Markazi Noubar und Alexander Prizkau) schaffen es leichtfüßig diese Handlungsstränge zusammenzubringen und durch Improvisation mit dem Publikum alle in das Spiel einzubeziehen. Die Inszenierung macht deutlich: wir sitzen alle im selben Boot und das ist nicht voll sondern in ihm kann verhandelt werden.

„Noah, Niemand und die Gelbbauchkormorane“ steht bis Ende März und im Mai sowie im Herbst 2017 auf dem Spielplan des Marabu Theaters. Die Aufführungsrechte werden vom Fischer Theater & Medienverlag vertreten, dort können auch die Textbücher angefordert werden. Das Stück bietet sich nicht nur als zeitaktuellen Beitrag an sondern auch als Vorlage für eine vielfältige, Künstlerinnen und Künstler herausfordernde Arbeit.

Henning Fangauf

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