Dort, wo sich die Wege kreuzen

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Müde Gesichter blicken auf Smartphones, schauen aus dem Fenster oder starren einfach nur auf den Boden.  Mich zähle ich dabei zu letzteren.  Haltestelle Konstablerwache, mein Stichwort. Raus in den U-Bahn-Mief und hoch ins Innenstadtgewusel. Schnell darf ich das aber auf dem Weg in die Schützenstraße hinter mir lassen und in ruhigere Straßen einbiegen.  Da stehe ich schon vor einem graubraunen Gebäude, umrankt von einem Gerüst. Einladend ist es von außen zwar nicht gerade, doch Schönheit kommt bekanntlich von innen.

Seit drei Wochen nehme ich diesen Weg zu meinem neuen Praktikumsplatzgeber: dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland. Abgesehen vom Baulärm geht es hier nämlich sehr ruhig und gelassen zu – obwohl täglich Entscheidungen für den Kinder- und Jugendtheaterbereich in Deutschland (und der Welt) gefällt werden.  Ich merke jetzt schon, dass ich mich hier wirklich im Zentrum befinde, einem Dreh- und Angelpunkt, bei dem sehr viele Wege zusammenlaufen, sich kreuzen und weiterführen.

Aber warum nehme ich überhaupt diesen Weg auf mich? Von der bayerischen Provinz in die Metropolstadt Frankfurt ist es ja nicht gerade ein Katzensprung. Als Grundschullehrerin mit erstem Staatsexamen und Masterstudentin der Theaterpädagogik will ich erkunden, wohin auch meine Wege führen, wo sie sich mit anderen kreuzen können und wie Theater für Kinder- und Jugendliche entstehen und blühen kann. Vor allem aber interessiert mich auch die internationale Zusammenarbeit, die das KJTZ ebenfalls koordiniert und initiiert. Nach eigenen (Theater-)Projekten in Uganda liegt mein Hauptinteresse derzeit nämlich auf den Möglichkeiten der Kooperationen v.a. mit afrikanischen Ländern und deren konkreter Umsetzung. Dafür kommt mir der Assitej-Weltkongress in Kapstadt nächstes Jahr sehr gelegen.

Im Moment konzentrieren wir uns aber auf Deutschland und Umgebung, wo letztes Wochenende zum Beispiel das 28. Autorenforum stattfand. Bei elf Veranstaltungen in drei Tagen gab’s da auch viel für mich zu tun – Und trotz aller Fülle an Arbeit blieben auch hier wieder alle sehr entspannt und ruhig.

Nina Dietrich
Praktikantin im Zentrum

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