Theaterfestival Wildwechsel – Grußwort von Wolfgang Schneider

Blühende Landschaften der Theaterkunst?

In diesem Herbst erreicht uns die Meldung, dass die Zuschauerzahlen der deutschen Theater und Orchester zum wiederholten Male rückläufig sind. Einzige Ausnahme: Das Kinder- und Jugendtheater! Zudem seien die Sparten, die sich an ein junges Publikum wenden am besten ausgelastet. Die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn auch die Freien Theater sind erfolgreich, wenn es um die ästhetische Bildung der Kinder und Jugendlichen geht. Und diese Zahlen sind empirisch noch gar nicht erfasst.

Nun geht es in den Darstellenden Künsten ja wahrlich nicht nur um Quantitäten; aber wer das Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe ernst nimmt, muss auch dafür sorgen, dass Kinder- und Jugendtheater möglich gemacht wird, dass es mehr Aufführungen gibt als weniger und eine flächendeckende kulturelle Grundversorgung. Nach wie vor sollte es doch gelingen, wenigstens zwei Mal im Jahr allen Schülern dieser Republik einen Theaterbesuch zu garantieren. Weit gefehlt!

Es ist also noch viel anzupacken, um sich über blühende Landschaften der Theaterkunst freuen zu können. Immerhin: Im Osten tut sich was! In Sachen Kinder- und Jugendtheater ist die Szene gut vernetzt, ob städtisch, privat oder frei, ob Schauspiel, Oper oder Puppentheater. Erstmalig treffen sie auf einem Treffen zusammen und schließen die Lücke, wider den weißen Fleck in der Festivallandschaft.

Zu „Hart am Wind“ im Norden, „Westwind“ in NRW, „KUSS“ in Südwest, „Schöne Aussicht“ in Baden-Württemberg oder „Panoptikum“ in Bayern gesellt sich jetzt „Wildwechsel“, das Forum der Kinder- und Jugendtheater aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dem Theater in Nordhausen sei Dank, ebenso den dortigen Landesverbänden des Deutschen Bühnenvereins; denn diese sind es zumindest, die in weiser Voraussicht einer nachhaltigen Theaterpolitik Respekt gewähren.

Ich wünsche eine wilde und wechselhafte Woche.“

Grußwort von Professor Dr. Wolfgang Schneider, Vorsitzender der ASSITEJ, Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, anlässlich der Erstausgabe des neuen Kinder- und Jugendtheaterfestivals der Region Ost in Nordhausen

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