Leben Babyboomer und die Generation C in derselben Welt?

Torge Oelrich ist Sozialarbeiter an einer Grundschule in Norddeutschland. Daneben ist er Hobby-Comedian und veröffentlicht seine Sketche, die Formate aus dem Privatfernsehen wie „Bauer sucht Frau“ oder „Frauentausch“ parodieren, unter dem Titel Freshaltefolie auf Youtube. Seine Videos wurden inzwischen 130 Millionen mal aufgerufen, 1.000.000 Abonnenten warten auf neue Sketche.

Torge gehört zu den „Digital Natives“ oder der „Generation C“, wie Torsten Meyer die zwischen 1980 und 2000 Geborenen bezeichnet. Torge ist ein gutes Beispiel für seine Generation. „Diese Generation schreibt nicht für die Schublade“, hat jemand während des Autorenforums gesagt. Warum auch wenn es Blogs gibt, würde ein Digital Native antworten.

Die Kultur der „Generation C“ sei das Copypasting, erklärte Meyer in seinem Vortrag auf dem Autorenforum. Aber Copy und Paste ist nicht dasselbe wie das „Alles nur geklaut“ der Generation der Babyboomer. „Pointiertes copypasting erfordert ein relativ tiefgründiges Wissen über die Codes, die unsere Wirklichkeit strukturieren“, betonte Meyer. Zur Illustration zeigte er dem belustigten Publikum Ausschnitte aus der amerikanischen Serie Die Simpsons, in der häufig Szenen aus berühmten Filmen zitiert werden, die die meisten Kinder- und Jugendlichen aber gar nicht (er)kennen. Auch die Serien, die Torge parodiert, haben viele seiner Fans nie gesehen, was ihren Spaß an den Videos aber nicht schmälert.

Das Ziel dieser Generation sei Selbstverbesserung, sie verstünden sich als pragmatische, kooperative und effiziente Lebensunternehmer, erläutert Meyer. (Die Präsentation seines Vortrags kann man sich hier ansehen)

Welches Theater braucht die Generation C, fragte Gerd Taube am Ende des Autorenforums Publikum und Experten.

Die Frage provozierte manchen Teilnehmer. Welches Theater könne man schon machen für Jugendliche, die es als Zumutung empfänden, zwei Stunden das Handy auszulassen, sagte einer. Man müsse erst die kommerziellen Bilder aus den Köpfen herausbekommen, damit sie aufnahmefähig würden. Und nicht immer würde das gelingen. Es gelte die Infiltrierung durch Starwars etc. zu bekämpfen, meinte ein anderer. „Ich stelle mich auf die Bühne mit meiner Weltsicht und gehe von mir aus – wir leben in derselben Welt“, meinte eine Theatermacherin.

Natürlich hat Gerd Taube nicht wirklich mit einer Antwort gerechnet. Aber die Frage wird sicher auch bei weiteren Autorenforen eine Rolle spielen.

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