Den ländlichen Raum als Kulturraum denken

Flux – Theater und Schule in Hessen unterwegs, hervorgegangen aus einem Modellprojekt der ASSITEJ e.V.,  präsentierte am 25. November 2016  in Bad Orb vier Künstlerresidenzen im ländlichen Raum. Projektleiterin Ilona Sauer lud zum Auftakt dazu ein, den Blick auf den ländlichen Raum zu verändern. Es gehe nicht um Mangel und Defizit, sondern um Anknüpfungspunkte, gemeinsame Forschungsfragen und neue künstlerische Herangehensweisen. Auszüge aus ihrem Impuls sind hier nachzulesen:  Weiterlesen

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Happy New Ears Festival – Experimentierraum „innen + außen – DAS HÖRBARE SICHTBAR MACHEN“ mit Matthias Hinke

Ein Beitrag von Hannah Antkowiak – Stipendiatin, Studentin des M.A. Konzert- und Musiktheaterdramaturgie, Folkwang Universität der Künste

Experimentierraum, was passiert dort? – Diese Eingangsfrage ist nie in Worten erklärt worden, unausgesprochener Tagesgrundsatz war: Einfach Tun!

Dieses Tun wuchs in drei Schritten nach weit offener Anleitung:

  1. Einen Ausschnitt unserer Umwelt finden, sehen, wahrnehmen, hören, assoziieren. Diesen Ausschnitt klanglich inszenieren.Wir suchen uns ein Bild, das wir in einem Blick erkennen und wahrnehmen können, einen fest definierten Ausschnitt. Was hören wir, was könnten wir hören, wie verknüpfen wir uns selbst als Menschen klanglich mit unserer Umwelt?

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Happy New Ears Festival – Kunst ist keine Frage des Alters, sondern der Neugier

Diese Eindrücke stammen von einer Teilnehmerin aus der Stipendiatengruppe.

Die Türen öffnen sich und eine Gruppe Kinder betritt mit ihren Eltern zaghaft den Raum. Die Nervosität besteht auf beiden Seiten, wir haben uns im Raum verteilt und warten mit unseren Instrumenten. Wir haben nichts geübt, kein Konzept, nur die vorbereitenden Übungen mit denen uns Karel und Astrid in der kurzen Zeit darauf vorbereitet haben, was uns jetzt erwartet. Auch sie sind nervös, denn sie haben dieses Experiment noch nie mit so vielen Musikern durchgeführt. Die ersten Cellotöne erklingen und die Gruppe der Zuschauer hat sich nun erst mal vorsichtig im Eingangsbereich platziert. Ein Mädchen aber durchschreitet neugierig den Raum um dann wieder in die Sicherheit der Gruppe zurückzukehren. Nach und nach trauen sich mehr Kinder, mal alleine, mal in Begleitung ihrer Eltern, den Ärmeltunnel und das klingende Bambusgestell, das mit Stoffbahnen und mit Klanghölzern bestückt ist, zu erkunden. Weiterlesen

Happy New Ears Festival. Stipendiaten bloggen über das Mannheimer Festival

„WONACH LOHNT ES SICH ZU FRAGEN? WO IST ES RICHTIG ZU FRAGEN?“ Angeli Janhsen stellt diese Fragen in ihrem Fragenbuch „Kunst selbst sehen“ (Freiburg, 2013) und sie antwortet auch: „Es ist nicht sicher, ob Fragen immer und überall richtig sind. Manchmal gibt man sich und der Kunst vielleicht nur Zeit und bedrängt sie nicht. Manchmal ist vielleicht alles klar. Manchmal muss man fragen, um weiter zu kommen, manchmal nicht. Parzival hatte es versäumt, den leidenden Amfortas zu fragen, er hatte nicht verstanden, dass er fragen musste, dass nur so das leiden beendet wurde. Lohengrin dagegen verbietet es Elsa,  ihn zu fragen – und wirklich verliert sie dann mit ihrer Frage ihren Mann. Wie ist zu entscheiden, wo Fragen richtig sind und wo nicht?“

Auf der Suche nach den richtigen Fragen zum Musiktheater für junges Publikum begleiten 12 Stipendiat*innen das Festival und den Kogress Happy New Ears in Mannheim. 14 Inszenierungen aus ganz Europa bieten den praktischen Bezug und drei Kongresstage eine theoretische Grundlage zum Thema. Weiterlesen

Dort, wo sich nun mein Weg kreuzt

Es ist unglaublich, aber die sechs Wochen meines Praktikums sind nun auch schon wieder vorbei. Die Zeit ist nur so an mir vorbeigerauscht –  aber nicht ohne viele Eindrücke zu hinterlassen.

Nach dem Autorenforum ging es für mich kurz darauf gleich weiter nach Mannheim zum Happy New Ears Kongress. Dort durfte ich sowohl internationalen Austausch als auch rege Diskussionen beobachten. Die Frage nach der Möglichkeit des Experimentierens in starken Strukturen sowie auf der großen Bühne war dabei leitend. Ein niederländischer Kollege hatte dafür aber eine sehr einfache Lösung parat: „Just do it!“- vielleicht kann es manchmal so simpel sein (?).

Zum Abschluss meines Praktikums erhalte ich noch die Gelegenheit, an der Austauschplattform von Flux teilzunehmen, wo sich künstlerische Projekte aus dem ländlichen Raum in Hessen treffen und weiterentwickeln können. Diese Plattform werde ich mit großer Aufmerksamkeit besuchen, um mir Anregungen für Bayern zu holen, das ja zu einem nicht geringen Teil sehr ländlich geprägt ist und wo Wege in die Kulturzentren oft weit sind.

DSC_0181.JPGMit Ende des Praktikums führt nun ein neuer, weiterer Weg vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum weg: meiner. Ich hoffe aber, dass mein Weg nach vier Monaten in Uganda eine kleine Schleife macht und wieder zurück zum Zentrum findet. Denn meine Zeit hier hat mir sehr gut gefallen und mir gezeigt, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Nina Dietrich

Warten. Stefan Fischer-Fels über seine Reise nach Yaundé, Kamerun

 

Der Vorstand der Assitej International – das Executive Committee – trifft sich alle 4 bis 6 Monate irgendwo auf der Welt, um die Geschäfte des weltweiten Bündnisses des Theaters für Kinder voranzutreiben. In den letzten 5 Jahren war ich auf diese Weise in Argentinien, Aserbaidschan, Australien, England, Indien, Japan, Österreich, Polen, Ukraine… Aber das war alles nichts gegen diese Reise nach Kamerun. Dort gibt es jährlich in der 2-Millionen-Hauptstadt Yaoundé das internationale Theater-Festival für junges Publikum „Fateh“. Wir sind Gäste des Festivals, treffen die Künstler vor Ort und erfahren, welche Fragen und Herausforderungen hier bestehen.

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Kamerun ist ein armes Land. Es hat Rohstoffe, aber die Gewinne fließen in die Taschen einer kleinen reichen Oberschicht, die Weiterlesen

“Please enjoy as hard as you can”

 

Zwei junge Nachwuchsdramaturgen/innen beobachteten das 28. Frankfurter Autorenforum und haben sich Gedanken gemacht

foto_dg_starter_4-11Wie kann man als Erwachsener seine Sprache ins Spiel bringen um Kinder und Jugendliche zu erreichen und dabei auch noch den Anspruch auf „große Erzählungen“ von „globalen Dörfern“ „multiperspektivisch“ gerecht werden?

„Beim Schreiben nicht bewusst für Kinder und Jugendliche geschrieben.“ – Vielleicht ist es ja dieses Unbewusste, welches nicht nur den Kopf sondern auch die Sensoren für diese „globalen Dörfer“ in Bewegung hält, den Chatverlauf ins Unendliche treiben lässt, die Autokorrektur überspringt, einen Sprachfluss vorantreibt, der nach der „nicht erfüllten Sehnsucht“ in unseren Handys greift, die in ihrem Unbewussten diese Leerstelle, diese Lücke fassen können.

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