Ich komme nicht mehr mit. Und jetzt gebe ich es auch noch zu.

Erfahrungen auf dem Symposium „Positionen und Perspektiven der Theaterpädagogik“ von Anna Eitzeroth


Die Universität der Künste in Berlin hat das Ausscheiden von Prof. Dr. Ulrike Hentschel aus dem Hochschuldienst zum Anlass genommen, zu einem Fach-Symposium vom 12. bis 14. April einzuladen.
UdK Berlin kleinDas Programm ist vielfältig und voll, es enthält ein Abschiedsfest für die Professorin und ebenso wie 28 (in Worten: achtundzwanzig) Fach-Vorträge in Panels und im Plenum, dazu kommen Tischgespräche mit Impulsen aus der Praxis und ein Reflexionsformat aus dem Handbuch Zwischen Publikum und Bühne – Vermittlungsformate für die freien darstellenden Künste des Performing Arts Programm Berlin. Wie sich in einer kleinen Abfrage der Zuschauer*innen zu Beginn des Symposiums zeigt, kommen diese vor allem aus dem Hochschulbereich und zu einem kleineren Teil aus der Praxis oder aus anderen Bereichen wie Verbänden und Fortbildungsinstitutionen.

Im Eröffnungsvortrag vollzieht Prof. Dr. Ute Pinkert die Stationen der wissenschaftlichen Arbeit von Frau Hentschel nach, was – angesichts des Wirkens von Frau Hentschel über Jahrzehnte – zu einem sehr verdichteten Text führt, der für mich nur zum Teil nachvollziehbar ist. Auch in den Folgevorträgen fühle ich mich in Uni-Zeiten zurückversetzt: Die Texte sind oft in einer Sprache verfasst, die eher in einer Fachpublikation studiert als auf einen mündlichen Vortrag gehört werden will. Die Nachfragen erfolgen vor allem durch Lehrende anderer Hochschulen. Ich schaue noch mal kurz auf den Titel der Veranstaltung: Stand dort wissenschaftliche Positionen und Perspektiven der Theaterpädagogik? Wer ist hier geladen? Ein interner Kreis aus Forschenden, Dozierenden und wissenschaftlich Interessierten, oder tatsächlich auch das weite Feld der theaterpädagogischen Praxis, in das ja neben einem Universitätsstudium auch noch ganz andere Wege führen?

Mir jedenfalls ist nach einem Vortrag von Martina Leeker über „Posthuman Performances“ nicht klar, was sie mit „menschlich Agierenden“ meint, und es erscheint mir in diesem Kontext auch nicht angebracht, in der anschließenden kurzen Fragerunde neben den elaborierten Nachfragen der Professor*innen diese Grundsatzfrage nochmal aufzuwerfen. Da hätten ja dann alle gemerkt, dass ich gar nichts verstanden habe! Und kurz danach hätten sie wahrscheinlich festgestellt, dass ich auch das Buch von Ulrike Hentschel nicht gelesen habe, von dem Ute Pinkert eingangs gesagt hatte, dass es wirklich alle in diesem Raum gelesen hätten. Ich gehöre nicht dazu, kann in der akademischen Kultur nicht mithalten. Und dabei bin ich noch nicht mal eine echte Praktikerin.

Umso dankbarer bin ich für die Vorträge von Matthias Dreyer und Melanie Hinz am 2. Symposiumstag, die sich konkret an theaterpädagogischer Praxis und Methodik abarbeiten, Prozesse und Phänomene benennen, analysieren und Position dazu beziehen. Insbesondere in den zitierten Teilnehmer*innenstimmen im Vortrag mit dem Titel „Ich mache nicht mehr mit – über Krisenerfahrungen und Anlässe tranformatorischer Bildungsprozesse in der Theaterpädagogik“ von Melanie Hinz wird deutlich, wie sehr die auf dem Symposium gepflegte, akademische Sprache von Alltagssprache entfernt ist. Die nachmittags anschließenden Panels versprechen auf den ersten Blick mehr Partizipation, da die Symposiums-Teilnehmer*innen sich in kleinere Gruppen aufteilen. Jedoch ist nach den drei Kurzvorträgen auch hier wenig Zeit für Rückfragen und Diskussion oder für Impulse, Ideen oder Fragestellungen der Teilnehmer*innen. Anschließend finden Tischgespräche statt, in denen jeweils ein*e Praktiker*in einen Input gibt, um das Gespräch einzuleiten. Auch hier wiederholt sich das etablierte Schema: Vortrag und Nachfragen. Zumindest in den Gesprächen, an denen ich teilnehme, gelingt es in der kurzen Zeit nicht, die vorgestellten Praxisbeispiele so zu reflektieren, dass sie zu einem Gespräch anregen, dass über Fragen zum Probenprozess hinausgeht.

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Foto: Jörg Farys

Abgeschlossen wird der zweite Tag durch das PAP-Vermittlungsformat „Das unbeschriebene Blatt“, angeleitet durch David Vogel von der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft. Die Teilnehmer*innen sind dazu aufgefordert, eine Skulptur aus einem DIN A4-Blatt zum Thema des Symposiums anzufertigen (normalerweise werden in diesem Format Aufführungen reflektiert) und sich anschließend mit eine*r Partner*in zusammenzutun und die Kunstwerke gegenseitig zu reflektieren. Meine Skulptur ist eine Mauer, die aber umgangen werden kann. Das Kunstwerk meine*r Partner*in ist ein zusammengerolltes Blatt, das sie als Fernrohr verwendet, für den ‚Tunnelblick‘, den sie in der Ausrichtung der Veranstaltung sieht.

Über andere Symposiumsteilnehmer*innen erfahre ich wenig, sofern ich sie nicht schon aus anderen Kontexten kenne. Insbesondere bei einer Disziplin, die sich auf so vielen Ebenen mit Partizipation auseinandersetzt, überrascht und enttäuscht mich das etwas. So, wie viele Vortragende ihren Vortrag mit der Beschreibung ihrer Perspektive auf den Gegenstand beginnen, frage auch ich mich, wie diese enttäuschte Erwartung mit meiner persönlichen Perspektive auf das Feld zusammenhängt. Als Mitarbeiterin der ASSITEJ und des Kinder- und Jugendtheaterzentrums komme ich immer wieder an Punkte, an denen mir Theorielastigkeit und/oder praxisferne Sprache vorgeworfen wird – z.B. durch Verwendung von Begriffen wie „Teilhabegerechtigkeit“ oder „Sozialraumorientierung“; ich habe Veranstaltungen mit Titeln wie „Diversitätsorientiertes Audiencedevelopement. Eine bildungs- und kulturpolitische Herausforderung im Theater für junges Publikum“ konzipiert – auch nicht gerade bodenständig. Dass Veranstaltungen manchmal thematisch überfrachtet sind und Ideen für partizipative Formate nicht aufgehen, kenne ich aus eigener Erfahrung. Und habe vielleicht auch gerade deshalb diese Brille auf.

Das Symposium wird in einer Buch-Publikation ausführlich dokumentiert, die Gelegenheit geben wird, die einzelnen Positionen ausführlicher nachzuvollziehen und als Diskussions-Anstoß zu nehmen. Offen bleibt für mich die Frage, wie weit theaterpädagogische Forschung und Praxis voneinander entfernt sind und inwiefern ein Austausch mit der Praxis von der akademischen Seite erwünscht ist – insbesondere bei einer Disziplin wie der Theaterpädagogik: die Brücken baut und Barrieren abbaut zwischen der Theaterkunst, Theater-Institutionen mit ihrem akademischen Personal. Und den Menschen außerhalb dieser Institutionen.

 

 

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Wie war eigentlich… die Übersetzer*innenwerkstatt „Transfer“? Teil 1 von 5: Gundula Schiffer

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vordere Reihe v.l.: Seminarleiterin Barbara Christ, Gundula Schiffer, Barbara Neeb, Friederike von Criegern; hintere Reihe v.l.: Projektleiterin Nikola Schellmann, Zuzana Finger, Wolfgang Barth

Ein Wochenende voller… Zwiebeln in Hülle und Fülle? Fetischhunde? Superheldinnen? Papageien und Justizminister? Dämonen und gezählter Kühe? Das gibt’s nur bei der Werkstatt Transfer Kinder- und Jugendtheater in Übersetzung. Das KJTZ veranstaltete vom 21. bis 25. März zum vierten Mal die Übersetzer*innenwerkstatt im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals für junges Publikum Rhein-Main Starke Stücke, in Zusammenarbeit mit der KulturRegion FrankfurtRheinMain und mit Unterstützung durch den Deutschen Übersetzerfonds.

Hier bloggen in den kommenden Wochen die diesjährigen Teilnehmer*innen der Werkstatt Wolfgang Barth, Friederike von Criegern, Zuzana Finger, Barbara Neeb und Gundula Schiffer über ihre Eindrücke der Werkstatt und ihre übersetzten (Theater-)Texte und Projekte.


Von Gundula Schiffer

Die Möglichkeit, als literarische Übersetzerin Werkstätten zu besuchen und mich mit Kolleg*innen über laufende Projekte austauschen zu können, empfinde ich stets als großen Luxus, inspirierend und gewinnbringend für die eigene Arbeit. Dass uns der Deutsche Übersetzerfonds jährlich eine solche Palette an Werkstätten und Stipendien bietet, bedeutet eine große Unterstützung unseres künstlerischen Berufs. Das kann man gar nicht häufig genug lobpreisend und dankend erwähnen. Die Teilnahme an Transfer – Kinder- und Jugendtheater in Übersetzung hat diese Erfahrung erneut und in besonderem Maße bestätigt. Sehr angenehm habe ich dieses Mal die Teilnehmer*innenzahl empfunden, die mit fünf nur halb so groß war wie etwa bei den ViceVersa-Werkstätten. Bei fünf zu besprechenden Texten verläuft das Seminar konzentrierter und die Ergebnisse bleiben meinem Gefühl nach besser im Gedächtnis.

Ich bin sehr froh, dass der DÜF neben dem doch dominierenden Genre des Romans zunehmend auch Workshops zu Spezialgebieten und ‚Nischen‘ anbietet, wie etwa zum Lyrik-, Theater- und Comicübersetzen sowie demnächst auch zum Übertiteln fürs Theater, und dafür fruchtbare Kooperationen eingeht, wie beispielsweise mit dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in Frankfurt. Ich wünsche mir in Zukunft noch mehr gerade Werkstätten dieser Art für Theaterübersetzer. Mich haben in der Ausschreibung besonders der Festivalrahmen und die Aussicht, viele Theaterstücke zu sehen, angezogen. Denn gerade dieser natürliche Praxisbezug kommt bei uns Textarbeiter*innen ja meistens zu kurz. Es wäre schön, wenn man hier in Zukunft Werkstatt- und Theatergeschehen noch mehr aufeinander abstimmen, also Stücke wählen könnte, in denen die sprachliche Gestaltung eine besondere Rolle spielt; auch würde ich szenische Lesungen begrüßen, in denen man die Übersetzungen, vielleicht unter professioneller Anleitung, ganz praktisch auf ihre Sprechbarkeit und Theatertauglichkeit hin erprobt; außerdem fände ich noch mehr moderierte Gespräche mit Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Verlagslektor*innen etc. sinnvoll, weil sich uns Übersetzer*innen diese Gelegenheit sonst nirgendwo so direkt bietet.

Sehr spannend fand ich speziell in dieser Werkstatt zum Kinder- und Jugendtheater die Diskussionen, die sich um die Frage entfacht haben, was einen Theatertext eigentlich literarisch wertvoll und geeignet für Kinder und Jugendliche macht. Es ging dabei um ästhetische und sprachliche Aspekte, ebenso wie um die schwierige Frage, wie Texte auf Kinder wirken und was man ihnen zumuten kann. Es hat mich verblüfft, wie weit die Meinungen unter den Kolleg*innen hier auseinandergehen. Während ich mich beispielsweise für das albanische Stück Gamomali von Jeton Neziraj, vorgestellt von der Kollegin Zuzana Finger, begeistern konnte, weil ich es in der Tradition des surrealistischen Theaters von Eugène Ionesco sah, wo das Lustige zugleich tragisch sein kann, wirkte der Text in derselben Passage auf andere bloß komisch, ja sogar lächerlich. Auch bin ich persönlich ein großer Fan des Fragmentarischen und Assoziativen und glaube auch bei Kindern nicht, dass sie grundsätzlich nur mit linearen Handlungen konfrontiert werden sollten und wollen. Mir fiel auf, dass sich diese Fragen, die eigentlich das Wesen von Literatur insgesamt betreffen, im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters verschärft stellen. Als stünde das Kind und seine Wahrnehmung für die Essenz des Literarischen. Das hat mich motiviert, in der Zukunft bei der eigenen Arbeit gerade nach den Gemeinsamkeiten von Erwachsenen- und Kinderliteratur zu fragen.

Und dies war dann auch ein Impuls für den Umgang mit konkreten Schwierigkeiten in dem hebräischen Stück, das ich in die Werkstatt mitgebracht hatte: Michal Kleins Gold, Knobi, Zwiebel oder nix. In diesem Stück gibt es nicht nur metrisch regulierte und gereimte Lieder, sondern sogar die Dialoge sind vollständig gereimt. Hier hatte ich mir Sorgen gemacht, dass durch die Reime zu viele Wörter in meinen deutschen Text hereinkommen, die Kinder nicht verstehen bzw. nicht zu ihrem Wortschatz gehören, wie etwa „Passion“, „opportun“ oder „flexibel“. Außerdem basiert das Stück auf der Erzählung Der Zwiebel-Meister und der Knobi-Meister von Chaim Nachman Bialik, der als Nationaldichter Israels gilt und sich durch eine Sprache auszeichnet, die tief im biblischen Hebräisch wurzelt. Entsprechend pathetisch und hoch wirkt der Ton in den Bialik-Zitaten. Sollte ich das dämpfen? Die Antwortet aus dem Werkstatt- und den Praxisgesprächen mit Theatermacher*innen lautete sehr einhellig: nein. Und bestärkt wurde diese Ansicht auch durch die Inszenierung Der Bär, der nicht da war des Theaters Marabu, wo von einem „saumseligen Salamander“ die Rede ist, für Kinder ab vier Jahren. Der Reim ist ja vor allem auch ein Klangereignis, nicht jedes Wort muss verstanden werden. Das gilt in meinem Stück aus Israel auch für den „Etrog“, ein unverzichtbarer Bestandteil des jüdischen Laubhüttenfests. Der Etrog, eine Zitrusfrucht wird für das Sukkot-Fest von religiösen Juden auf seine Makellosigkeit hin eingehend geprüft (vgl. Lev 23,40; Mischna, Sukka 3,4). Entsprechend wird in Bialiks Erzählung eine Zwiebel begutachtet. Der Werkstattdiskussion verdanke ich unter anderem die Idee, in meiner deutschen Übersetzung zu vermerken, dass der erzählerische Vorspann in dem Bialik-Zitat an dieser Stelle von einer Off-Stimme einzusprechen ist.
Zwei Beispiel-Szenen aus Michal Kleins Gold, Knobi, Zwiebel oder nix, aus dem Hebräischen von Gundula Schiffer (unveröffentlicht; Textauszug mit Genehmigung der Übersetzerin):

Zum Reim / unkindlichen Sprachgebrauch (?):

Esra: Vielleicht essen wir was und machen Rast?

Nachman: Ja, bloß keine Hast! Was haben wir zum Picknick?

Esra (verzweifelt): Brot und Zwiebel. Das ist alles, was wir noch haben, und auch das ist fast alle. (zieht zwei Butterbrote aus der Tasche) Wir brauchen Nachschub.

Nachman: Vielleicht, du Lausbub. (beißt ins Butterbrot, merkt, dass Esra schlecht gelaunt ist). Was denn, Esra – warum bist du so mies gelaunt?

Esra: Wie lange noch ziehen wir für „Nachmans wandernde Kamera“ durch die Welt, haben wir nicht genug fremde Länder bestaunt? (um Nachman nicht zu kränken) Damit du mich nicht falsch verstehst, von so einer Show ein jeder träumt, auch ich habe keine Folge versäumt, doch wird das Ganze gut oder schlecht ausgehen? Und wann ist das Ziel abzusehen?

Nachman: (singt)
3. Lied – Heute Honig, morgen Zwiebel
Das Ziel, mein Freund, ist gar nichts wert – wenn man sich über den Weg beschwert
in meinem Herzen lodert stets die Passion – ich genieße auch ohne Lohn
Refrain:
Das Glück ist im Leben stets flexibel
ist heute Honig und morgen Zwiebel
ich gehe wohin mein Schicksal mich führt
und empfange mit Freuden was mir gebührt

Nachman: Und du, Esra, hast du eine Passion?

Esra: Passion?

Nachman: Was in deinem Herzen lodert, immer schon.

Esra: Bei mir lodert im Moment nur die Zwiebel – brennt wie Feuer. Ich hab Lust auf was anderes zu essen, mehr will ich gar nicht.

Nachman: Vielleicht erfüllt sich, was du willst.

Esra: (schaut zum Himmel auf) Gott, der du meine Wünsche stillst!

Beispiel für ein Bialik-Zitat / Etrog:

Oberbürgermeisterin: Was also fehlt dem Gericht? Saftig und weich, gut gesalzen, nicht zu trocken – welch eine Schande. Werter Gast, was seid Ihr so sensibel?

Esra: (bekommt kaum ein Wort heraus, ihm platzt fast der Bauch) Für Zwiebel.

Nachman: (erinnert sich plötzlich und ruft aus) Zwiebel!

Oberbürgermeisterin: W… as?!

Nachman: Zwiebel!

Kochtopfminister: Zwiebel?

Oberbürgermeisterin: Verzeiht, werter Gast, woran Ihr vielleicht nicht denkt, ist, dass, wovon Ihr sprecht, unsere Küche gar nicht kennt.

Esra: Nicht kennt? Zwiebel? (zieht ein ganzes Netz Zwiebeln aus der Tasche. Kippt das Netz vor allen auf dem Tisch aus) Voilà: die Zwiebel! Scharf und etwas bitter. Stimmt, so einfach roh stinkt sie auch ein bisschen – aber verfeinern Sie jedes Essen mit ein bisschen Zwiebel – und das Essen gelingt.

Nachman: Etwas Zwiebel in jedem Gang und alle werden Ihr Essen loben mit Überschwang.

Oberbürgermeisterin: (zum Berater) Nu, Sie sind hier doch der Berater. Sagen Sie endlich was, sonst mach ich hier gleich Theater!

Berater: (und er nahm die Zwiebel und drehte sie mehrmals in der Hand, / er fühlte hier und drückte dort, / sog den Geruch ein-, zweimal durch die Nase ein, / sowohl durchs linke wie durchs rechte Loch, / er prüfte sie eingehend wie Etrog oder Edelstein, / besah sie sich doppelt und dreifach, / durch zwei Paar Brillen, ein Röhrchen und nahm die Faust als Fernrohr, / entblößte eine Schale nach der anderen / und enthüllte alle Schichten, / und als er mit der Zungenspitze an ihr geleckt hatte, sagte er vorsichtig) Fürwahr, sie hat etwas Bitteres ebenso wie Scharfes, und etwas Scharfes ebenso wie Bitteres, und etwas Zartes ebenso wie Hartes, und etwas Hartes ebenso wie Zartes; um ihr Inneres legt sich eine Schale ebenso wie sich Inneres um ihre Schale legt; sie ist weder kalt noch heiß, ist weder trocken noch feucht, und ihr Anblick gleicht nicht dem Anblick eines Kristalls, und ihr Geruch gleicht nicht dem Geruch von Zimt, ihr Geschmack gleicht nicht dem Geschmack des Kümmels, und sie unterscheidet sich vom gemeinen Radieschen ebenso wie vom Meerrettich; an ihr ist nicht der geringste Makel.

Alle: (verstehen nicht) Was soll das heißen? / Das kapier ich nicht. / Wovon redet er? / Ist das jetzt gut, oder schlecht?

Oberbürgermeisterin: Klare Sache.

Berater: Meiner Meinung nach, und ich bin hier der Experte, auch wenn mir der Geruch die Begeisterung zunächst erschwerte, und während ich sie betrachte, mir das Auge tropft …

Alle: (verstehen nicht) Was soll das heißen? / Das kapier ich nicht. / Wovon redet er? / Ist das jetzt gut, oder schlecht?

Oberbürgermeisterin: Und das heißt schlussendlich was?

Berater: Fürwahr, diese Zwiebel – wächst noch nicht in unserem Garten, doch mit ihr wird jedes Gericht besser geraten!

Zuschauhören und hörzuschauen. Schlaglichter auf das Treffen der AG Musiktheater für junges Publikum in Magdeburg

von Annett Israel


Ein Orchester, das Musizieren als sicht- und erlebbaren Herstellungsvorgang in die Aufführung einbringt. Ein hinreißender Dialog zwischen einer Violine und einem Cello. Spannende Klangpassagen, ausgetragen von gleich drei Perkussionist*innen an zum Teil von mir selten gehörten Klang- und Schlagwerken. Die wahre Geschichte von King Kong von Jeffrey Ching – eine Kammeroper, mit Puppen und aufregend singenden Menschen, deren Rollen durch Puppen spielende Menschen und Menschen spielende Menschen auf der Bühne und im Film zur Darstellung gelangten. Mehrebnig ineinander verschraubt-verschachtelte, überbordende Bildwelten, die aus der kleinen Bühne des Magdeburger Schauspielhauses herauszuplatzen scheinen. Das erlebten diejenigen, die nach Magdeburg zur AG Musiktheater der ASSITEJ gekommen waren, am Abend des 29. März.IMG-20190330-WA0005

Am nächsten Morgen, diesmal im Foyer der Oper, war das eigene Interesse am Musiktheater für junges Publikum der Ausgangspunkt für die Diskussion: Neue Sprachen im Musiktheater auch für die Allerjüngsten, intermediales Arbeiten,  Arbeits- und Kooperationsformen, die Unterschiede zum Musiktheater für Abendpublikum kamen da ebenso zur Sprache wie die Frage, was wir meinen, wenn wir von Musiktheater oder von Junger Oper sprechen – warum braucht es eine solche Abgrenzung gegenüber den anderen darstellenden Künsten und woran macht sie sich fest?

Interessant an der Begegnung mit dem Produktionsteam von King Kong waren nicht zuletzt insbesondere solche Fragen, die sich bei Formen der Zusammenarbeit ergaben: so unterschiedliche Ensembles wie jenes der Oper mit dem Orchester – oder Sänger*innen, die durchweg Gäste waren mit dem Puppentheater Magdeburg: ein Puppenspieler beschrieb zum Beispiel, das ihm in dieser Produktion zunächst all seine puppenspielerischen Mittel genommen waren, weil Musik, Sänger*innen, Film ja bereits miterzählten.

Danach wurde in einzelnen Arbeitsgruppen diskutiert: über das Hören im Musiktheater und seine Grenzüberschreitungen, Vermittlungen und Impulse, die aus der Partizipation erwachsen, über Musiktheater in Kooperationen und intermediale Produktionsweisen. Wir sind gespannt auf weiteren Austausch und unsere eigenen Formen der Zusammenarbeit.


Die Treffen der AG Musiktheater beschäftigen sich mit verschiedenen zentralen Themengebieten insbesondere des zeitgenössischen Musiktheaters für Kinder und Jugendliche. Repertoireentwicklung und Vermittlungsästhetik spielen ebenso eine Rolle wie die Reflexion von Produktionsstrukturen und die Frage nach Vernetzung in diesem noch jungen Genre. Rund 100 interessierte Teilnehmer*innen aus Opernhäusern, freien Kinder- und Jugendtheatern, Stadt- und Staatstheatern, Vertreter*innen von Verlagen, Autor*innen, Regisseur*innen usw. engagieren sich in der AG. Die Treffen stellen neben einem Thema immer auch eine Produktion des gastgebenden Theaters in den Mittelpunkt und zur Diskussion.

Starke Worte: wo bleibt das Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt?

von Gerd Taube


Im Rhein-Main Gebiet rund um Frankfurt konnte man in den letzten beiden Wochen jede Menge Starke Stücke beim gleichnamigen Internationalen Theaterfestival für junges Publikum erleben. Das Festival gibt es schon seit 1994. Bei der Eröffnung des Jubiläumsfestivals in der Stadthalle Eschborn am Dienstag letzter Woche hatten sich die Veranstalter*innen von 30 Spielorten aus 14 Kommunen der Rhein-Main-Region zu einer eindrucksvollen Kette aufgereiht, die einmal quer durch den Saal reichte. Neben den Gründer*innen, von denen einige heute noch dabei sind, standen diejenigen, die über die Jahre zu diesem ziemlich einzigartigen regionalen Verbundfestival als Veranstalter*innen dazu gekommen sind. Sie repräsentieren Kulturämter, Bürgerhäuser, Stadttheater und Kulturzentren, die allesamt die Verantwortung für das junge Theaterpublikum zu einem Schwerpunkt in ihrer Arbeit gemacht haben. Sie haben die besondere Chance einer Beteiligung an dem Festivalnetzwerk erkannt, die ihnen die Möglichkeit eröffnet, ihrem Publikum renommierte Gastspiele aus dem In- und Ausland zu zeigen.

Um Chancen und Verantwortung ging es auch bei der Podiumsdiskussion Starke Worte am Welttag des Theaters für junges Publikum. Die Veranstalter*innen hatten an einen symbolträchtigen Ort geladen: das Zoo-Gesellschaftshaus, vom Starke Stücke-Festival als Spielort genutzt, wird laut eines Beschlusses der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung als Ort für ein neu einzurichtendes Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt geprüft.

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Foto: Katrin Schander

Die Kulturredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und derzeitige Kuratorin für das Festival des Theaters für junges Publikum Augenblick mal! 2019, Eva-Maria Magel, sprach mit Brigitte Dethier, der seit vergangenen Dezember neuen Vorsitzenden der ASSITEJ Deutschland, die als Intendantin des Jungen Ensembles Stuttgart die Arbeitsgruppe des Kulturamtes für das Kinder- und Jugendtheater berät; mit Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Dethiers Vorgänger als langjähriger ASSITEJ-Vorsitzender und Direktor des Instituts für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim; sowie mit der Frankfurter Kulturdezernentin, Dr. Ina Hartwig.

Zuvor hatten sich die kulturpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen der Römer-Koalition Sebastian Popp (GRÜNE), Dr. Renate Wolter-Brandecker (SPD) und Dr. Thomas Dürbeck (CDU) in kurzen Statements einhellig zu dem Standort des zukünftigen Kinder- und Jugendtheaters im Zoo-Gesellschaftshaus bekannt und die in der vorliegenden, sogenannten Masse-Studie festgestellte Machbarkeit der Unterbringung des Theaters an diesem Standort bekräftigt. Die Sprecher*innen verbreiteten einerseits Optimismus und riefen andererseits zum Realismus auf. Man müsse ja nicht nur den Umbau, sondern auch den Betrieb eines Kinder- und Jugendtheaters für Frankfurt finanzieren und zwar dauerhaft. Und man könne gegenwärtig keine Garantien für spätere Finanzierungen geben. Und überhaupt müsste jetzt erst einmal der Grundsatzbeschluss über die Einrichtung des Kinder- und Jugendtheaters durch die Stadtverordnetenversammlung gebracht werden. Das könne man noch in diesem Jahr schaffen, aber es werde auch nicht einfach. Sie dämpften also die Erwartungen und relativierten ihre starken Worte.

Die Ankündigung der Frankfurter Kulturdezernentin, Dr. Ina Hartwig, dass für den Umbau und die Einrichtung des neuen Frankfurter Kinder- und Jugendtheaters sechs Jahre veranschlagt werden, war dann ziemlich starker Tobak für die Podiumsgäste und das Publikum im Zoo-Gesellschaftshaus. Gerade weil das Trauma des Anfang der 1990er Jahre nach kurzer Existenz wieder geschlossenen kommunalen Kinder- und Jugendtheaters während der Diskussion immer wieder zitiert wurde, wird dieser Zeithorizont auch als ein Risiko gesehen. Aber bevor sich Mutlosigkeit breit machen konnte, forderte Wolfgang Schneider „Nur Mut!“: Es dürfe auch experimentiert und über unkonventionelle Lösungen nachgedacht werden. Und Moderatorin Eva-Maria Magel rief zur Gründung eines unterstützenden Vereins für das Frankfurter Kinder- und Jugendtheater auf, damit die Vision Gesicht und Stimme erhält. Die aufmerksame Starke Stücke-Crew hatte auch schon eine Liste vorbereitet, auf der sich Interessent*innen an einem solchen Verein eintragen konnten.

So hatte man dann beim Verlassen des Zoo-Gesellschaftshauses über die repräsentative Vorfahrt das Gefühl, dass es doch voran geht mit dem Frankfurter Kinder- und Jugendtheater am Zoo.

 

Ein Hoch auf die Provinz!

von Henning Fangauf


Zwei neue Kinderstücke bieten sich fürs Repertoire an

Die wahren Ereignisse finden selten in den Metropolen statt. Echte Entdeckungen lassen sich an versteckten Orten machen. Ein Hoch auf die Provinz!

So möchte ich die Erlebnisse meiner jüngsten Theaterreisen ins niederbayerische Eggenfelden und ins mittelhessische Marburg zusammenfassen: An beiden Orten fanden, um wenige Tage zeitversetzt, die Uraufführungen neuer Stücke für das Kindertheater statt. Das Theater an der Rott und das Hessische Landestheater hatten sich 2017 mit Erfolg um die Förderung durch unser Projekt Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater beworben und den renommierten Autor Jens Raschke sowie die Newcomerin Anah Filou jeweils mit einem Stück beauftragt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Jens Raschke hat für das kleine Theater an der Rott in Eggenfelden Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum für Menschen ab 8 geschrieben. Markus Steinwender, Leiter der Sparte „Junge Hunde“, hat die Uraufführung inszeniert. Raschkes Stück findet auf ganz eigene, sensible und metaphorische Weise den Weg zu einem politisch-gesellschaftlichen Thema. Was passiert in einer Familie, in der die Tochter, die große Schwester bei einem Unfall ums Leben kommt und welche Perspektiven ergeben sich, wenn die Eltern beschließen ein gleichaltriges Flüchtlingsmädchen aufzunehmen? Raschke verlagert die traumatischen Erlebnisse in die Welt der Träume, spielt auf die von ihm bekannte Weise mit Schein und Sein, Wirklichkeit und Traum. Das Bühnenbild für die Uraufführung gestaltete übrigens Leo Vukelic, bis 2017 Vorsitzender der ASSITEJ Kroatien. Man lernte sich auf dem ASSITEJ Weltkongress in Kapstadt 2017 kennen.

In Anah Filous Stück Am Hafen mit Vogel (7+) geht es, im weitesten Sinne, auch um 1200-Inthega_linke-seiten-13das Thema Geflüchtete. Geflogen und geflüchtet liegen nah beieinander. Nanina ist zum ersten Mal in ihrem Leben geflogen. Wie geht das mit dem Fliegen und wer kann und wer darf fliegen? Im Transitraum sitzt Dodo, der flugunfähige Vogel. Aber warum kann Dodo nicht fliegen? Dodo hat, im Gegensatz zu Nanina und ihrem Papa keinen Pass. Nur wer ihn besitzt kann Grenzen überwinden. Aber in dem Stück hat Dodo ein eigenes Flugmaschinenvogelschiff. Carola Unser, Intendantin des Hauses, hat das Stück inszeniert und die Herausforderung, die das sprach-spielende, philosophische Stück an das Ensemble stellt mit viel Phantasie bestens gemeistert.

Die Stücke sind nun im Repertoire der beiden Theater zu finden und warten auf eine Nachinszenierung. Mir haben die Premieren erneut deutlich gemacht, welche Potentiale entstehen wenn ein gelungenes Theaterstück auf ein engagiertes Theaterteam stößt und gemeinsam die Uraufführung auf die Bühne bringt. Ganz zum Nutzen des jungen Publikums, das sich an beiden Orten begeistert zeigte.

Die Bewerbungsfrist für die nächste Runde Nah dran! endet übrigens am 1. April: Also schnell los!


Die Stücke und die Inszenierungen sind im Rahmen von Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater, einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V., mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert worden.

 

World Day of Theatre for Children and Young People: Take a Child to the Theatre!

World Day of Theatre for Children and Young People on March 20th is an ASSITEJ campaign, and a worldwide celebration of performing arts for children and young people. Joyee (8 years), Jojo (11 years), and Yvette Hardie (President of ASSITEJ) are the authors of this year’s messages.


WTD2019-199x300Our world is riven through with division and divisiveness. Around us on every side are leaders and strategies seeking to turn people against one another, on the basis of race, language, culture, economic status, gender, sexual orientation, loyalty to an idea, belonging or not belonging… Almost every aspect of our humanity has been used by someone to bring greater division and to build higher walls of suspicion and hatred. As a result, we seem to have turned our backs on Ubuntu, the African philosophy that says „I am because you are“ and „a person is a person through relationships with other people.“

How can we work to undo this great wrong we are doing to our children and indeed, to ourselves? Children need to be able to enjoy moments in community where they are reminded of what we share, and where they are able to appreciate the multiple realities of what it means to be human. They need spaces in which to explore new ways of thinking that challenge these divisive narratives, in which they feel empathy for those most unlike themselves. They need concrete experiences of communion in community to remind them of the joy and beauty that the world has to offer.

ASSITEJ believes that theatre provides multiple doorways into feeling a greater sense of connectedness with others, and – importantly – with ourselves.

Recently The New Victory Theater in New York released the results of a five year study into the benefits of theatre for children and young people. One of the key unexpected findings was that exposure to the theatre gave these children greater hope for the future. These results were contrasted with a control group, where those who were not exposed to theatre performances and workshops over the same period, experienced a diminishing sense of their future possibilities in terms of study and work opportunities.

Why is hope so important? Hope creates positive energy which translates into self-assurance, willpower, resilience and finally into concrete actions to make a difference in one’s own life and in the lives of others. Every child needs to have hope.

So let us all commit to taking a child or young person to the theatre today and to rallying the support necessary to ensure that every child has access to the arts and to theatre, regardless of their personal or social circumstances. And for those of us working in the profession, let us commit to providing quality experiences that will make the difference in how the younger generation perceives the world – for the sake of both today and tomorrow.

Yvette Hardie, President of ASSITEJ


Joyee (8 years old) and Jojo (11 years old) are children attending the House of Muchness, „An environment where young people can belong to a collective and build social relatedness, artistic expression and find their creative kin“, in Brunswick/Australia. The following words are a transcription of a conversation with its founder and artistic director, Alex Walker.

Everything is connected to theatre. I was born in a place where theatre was very special. In India.
And even though I was in an orphanage, I knew theatre was important there. My mum is part of theatre. I’m part of theatre. I do House of Muchness which is a type of theatre – we put on shows. Stuff like that. Every child has the right to do fun things. Like House of Muchness. I do Bollywood too because it goes with where I came from.
Everything is theatre. It’s hard to explain. I wouldn’t try to explain it to someone who didn’t understand, I would just take them, show them, and they could see for themselves.

Theatre is you. Whatever you do is theatre. Everything around you is theatre. You are theatre. All your body works together like a theatre. To make one big show. And that show is your life.

Without theatre, there would be no imagination. Everyone wouldn’t be able to be themselves. Without stories, everyone would be bored all the time. A bit gloomy – they wouldn’t really feel very nice. It would be like the moon. No one could actually communicate with each other because of the big hats.
If you have no imagination, well, the only thing to fix that is theatre. It makes you learn things. It can teach you about love. How it looks in different ways. And how different people who might not know if they can love each other, well, they can. If it’s a really powerful story, it can actually change us. Theatre is special and good and beautiful. And we have to have all the feelings – if a show makes us feel sad, then it can also make us feel hopeful – that a good thing can happen after. And most of the time it does.

Joyee, 8 years old

I’m 11 and I’m dyslexic. I’m a person who swears a bit. I like people who understand me, as me. I want to be a part of something. I’m a person who wants to change the world. I’m in the Children’s Party which is about children and ideas and politics in a theatre show. I might start to change the world that way.

Theatre is important because it shows stories. Stories show generations and generations of people what’s going on. Where they’ve come from, why they’re here, and how they’re here. Things we need to know. Then we can understand people and their ways.
My first show was actually a music festival in Adelaide when I was in my Mum’s belly. The first theatre show I remember was an opera. Because Roger’s cousin is an opera singer. Roger was my grandfather.

I love theatre where you have to use your imagination, your own imagination which is different from everyone else’s. Because the things in the show are hard to see or aren’t there, you have to imagine them. You make them up. And then you can see them really well. But people might have a different story or pictures in their head compared to what’s in my head.
If you don’t take kids to the theatre, then theatre will stop. Theatre shows lives and hearts and souls in actions. If I was taking a child to the theatre, a little child, I wouldn’t explain or tell them anything on the way. They would watch it and then they would explain it to me.

If I was told I couldn’t see any more theatre, it would make me sad, it would make me angry. If I hadn’t seen some of the things I’ve seen in the theatre, I wouldn’t be me.
And I like me.

Jojo, 11 years old

 

BIM BAM, FRATZ und KUCKUCK

von Gerd Taube


BIM BAM, FRATZ und KUCKUCK, so heißen Theaterfestivals für das jüngste Publikum in Salzburg, Berlin und München. Während man in der bayerischen Landeshauptstadt nur noch wenige Tage warten muss, bis das Festival (20.-27. März 2019) eröffnet wird, müssen die jüngsten Berliner*innen sich noch länger (3.-8. Mai 2019) gedulden. In der österreichischen Festspielstadt Salzburg hat das 7. Internationale Theaterfestival für Klein(st)kinder BIM BAM (9.-31. März 2019) bereits am letzten Wochenende begonnen.

 

Initiator und Veranstalter des Festivals ist das Toihaus Theater, das als Pionier und Zentrum des zeitgenössischen Theaters für die jüngsten Zuschauer*innen in Österreich gelten darf. Und auch im europäischen Kontext gehört das freie Theater aus Salzburg zur künstlerischen Avantgarde in dieser Theaterform. Weiterlesen